Australiens Banken wollen das Bargeld loswerden

Die australische Notenbank sowie die großen Banken treiben gemeinsam die Abschaffung des Bargelds aus dem Einkaufsalltag voran. Die großen Überschwemmungen Anfang März dieses Jahres haben aber deutlich gemacht, welche Bedeutung Bargeld im Notfall zukommt.

Größte Bank Australiens begrüßt die Entwicklung hin zu einer bargeldlosen Gesellschaft

Die Commonwealth-Bank (CBA) ist das größte Kreditinstitut Australiens. Es schließt mit einer Bilanzsumme von rund 800 Milliarden US-Dollar. Die CBA schrieb im Februar 2019 in einem Brief an den Australian Payments Council:

»Die CBA unterstützt die Auffassung der [australischen Zentralbank] RBA, dass die Entwicklung hin zu einer bargeldlosen Gesellschaft eine positive Entwicklung ist, die Vorteile in Form von geringeren Kosten, mehr Effizienz und Wahlmöglichkeiten sowie eine bessere Betrugsbekämpfung im Zahlungsverkehr mit sich bringt.«

Mehr Wahlmöglichkeiten? Sicherlich wird der Australier eine größere Vielfalt an Zahlungskarten und Bezahl-Apps beim Einkaufen nutzen können, wenn die Geschäfte kein Bargeld mehr akzeptieren. Er wird aber nicht mehr die Wahlmöglichkeit besitzen, ein analoges Zahlungsmittel zu nutzen.

Bargeld ist das einzige etablierte Zahlungsmittel, das jeder mit seinen Händen berühren kann. Es ermöglicht bessere Kontrolle über die eigenen Finanzen, verhindert gelegentlich Spontan-Käufe, weil sich der Konsument schwerer tut, es auszugeben, und schützt die Anonymität des Verbrauchers.

Wenn die Geschäfte kein Bargeld mehr akzeptieren, geht Wahlfreiheit verloren. Der Kunde hat dann die Qual der Wahl zwischen Dutzenden Zahlungsarten mit unterschiedlichem Anstrich, aber doch derselben Art: denn immer wird der Bürger beim Einkaufen getrackt und nachverfolgt, während bei jeder Zahlung die Finanzindustrie mitverdient.

Die Bankenlobby lenkt

Wer ist der Australian Payments Council (APC), an den sich die Commonwealth-Bank in ihrem Brief wandte? Er versteht sich als eine Einrichtung von Firmen der Finanzbranche und großer Einzelhandelsketten zur gegenseitigen Abstimmung und zur Koordinierung der Interessen. Der APC ist eine Brücke zwischen Politik und Wirtschaft. So ist denn auch die australische Zentralbank Mitglied. Sie verhalf schon zur Gründung der Organisation im Jahr 2014.

Zu den Gründungsmitgliedern zählten neben den großen Banken unter anderem Paypal und Visa, aber auch Woolworth, das größte Einzelhandelsunternehmen Australiens. Woolworth erwirtschaftet rund 50 Milliarden US-Dollar im Jahr und beschäftigt 215.000 Mitarbeiter. Die Kette sorgte international für Aufsehen, als sie wenige Jahre nach Gründung des Australian Payments Council in einigen Filialen in Sydney, Melbourne und Brisbane das Bargeld abschaffte. Erfreulicherweise gab es Widerstand gegen diese Praxis und Woolworth öffnete die Kassen wieder für Barzahler.

2015 veröffentlichte der Australian Payments Council den Australischen Zahlungsverkehrsplan. Darin hieß es:

»Der Payments Council wird eine strategische Branchenpolitik für Bargeld entwickeln, die den kontinuierlichen Rückzug des Bargelds steuert und gleichzeitig die Verwendung von effizienteren Alternativen fördert […].«

Über genau diesen Zahlungsverkehrsplan schrieb die Commonwealth-Bank einige Jahre später:

»Obgleich es schwer vorstellbar ist, dass Australien eine bargeldlose Gesellschaft per Gesetz schafft, wird der Australische Zahlungsverkehrsplan die Richtung für Bargeld und unser Zahlungssystem vorgeben.«

Australische Notenbank unterstützt die Abschaffung von Bargeld als Zahlungsmittel

Anfang November 2018 hatte Christine Lagarde – damals Chefin des Internationalen Währungsfonds, heute Präsidentin der EZB – auf dem Fintech-Festival in Singapur gesprochen. Dort kündigte sie das Aufkommen digitaler staatlicher Währungen an und sagte das Ende das Bargelds voraus. Zwei Wochen später sprach der Gouverneur der australischen Zentralbank, Philip Lowe, auf dem Australian Payment Summit. Schon zur Einstimmung sagte er:

»Erstens vollzieht sich der Übergang zum elektronischen Zahlungsverkehr recht schnell und wird sich wahrscheinlich fortsetzen. Diese Entwicklung ist positiv und dürfte unser aller Wohlergehen fördern.«

Unternehmen wie Mastercard haben schon in den 2000ern mit einigem Erfolg bei der Politik dafür lobbyiert, den Übergang zu elektronischen Zahlungen zu fördern, weil Bargeld angeblich teuer wäre. Zentralbankchef Lowe forciert nun genau dasselbe Argument, um die Abschaffung des Bargelds aus dem australischen Alltag zum Staatsziel erklären:

»Alles in allem ist die Umstellung auf elektronische Zahlungen sehr sinnvoll […]. Diese Veränderung wird wahrscheinlich unser kollektives Wohlergehen fördern. […]. Der verstärkte Gebrauch elektronischer Zahlungsmittel kann Effizienzvorteile mit sich bringen, weil er die Kosten senkt und den Nutzern mehr Komfort und Wahlmöglichkeiten bietet. […]. Auch das Bargeldsystem verursacht nicht unerhebliche Herstellungs- und Verteilungskosten. Einige dieser Kosten sind Fixkosten, so dass die durchschnittlichen Kosten für Bargeldtransaktionen wahrscheinlich steigen werden, wenn das Volumen der Bargeldtransaktionen sinkt. […]. Diese Reise ist also in unserem nationalen Interesse.«

Bargeld ist heute eine der tragenden Säulen einer freien Gesellschaft. Ist uns das nichts wert?

Ein Drittel der Geldautomaten ist verschwunden

Am 28. Februar 2022 schrieb news.com.au:

»In den letzten drei Jahren wurden rund 3800 Geldautomaten aus dem Verkehr genommen, was mehr als einem Drittel aller vorhandenen Geldautomaten im Lande entspricht. Gleichzeitig haben die vier großen Banken – CBA, Westpac, ANZ und NAB – 459 ihrer Filialen dauerhaft geschlossen.«

Nur wenige Tage nach dieser Nachricht musste die Regierung den Notstand ausrufen und Hunderttausende Menschen auf eine Evakuierung vorbereiten. Grund waren Überschwemmungen. Und plötzlich wurde Bargeld gebraucht, wo Strom und Internet nicht mehr verfügbar waren:

»Die Summerland Credit Union, eine kleine Bank mit Sitz in Lismore, teilte am Montag mit, dass sie den Überschwemmungsopfern über die Zweigstellen von fünf Banken in der Region den Zugang zu per Hubschrauber eingeflogenem Bargeld ermöglicht hat und dass der funktionstüchtige Geldautomat am Dienstag auf dem Landweg geliefert werden soll.« Financial Review

George Lekakis kommentierte für BankingDay:

»[…] die allgemeine Besessenheit der großen Banken, ihre Kunden in ländlichen Gebieten auf digitale Systeme umzuorientieren, [hat] dazu geführt, dass sie nicht mehr in der Lage sind, wirksam auf den durch Naturkatastrophen ausgelösten sprunghaften Anstieg des Bargeldbedarfs zu reagieren. Die digitale Bankenrevolution ging mit einem starken Abbau von Filialen und bankeigenen Geldautomaten im ganzen Land einher.«

Vor der großen Überschwemmung waren nicht nur Bankomaten abgebaut und Bankfilialen geschlossen wurden, nein. Es waren darüber hinaus auch bargeldlos arbeitende Filialen eingeführt worden: Die ANZ-Bank etwa hatte 2016 ihre erste bargeldlose Filiale eröffnet.

Banken prophezeien, dass der Bürger in vielen Geschäften bald nicht mehr mit Bargeld bezahlen kann

Die Commonwealth-Bank mahnte im Jahr 2020:

»[…] und es ist vielleicht an der Zeit, dass die Unternehmen die Notwendigkeit von Bargeld in ihrem Betrieb überdenken.«

Von Seiten der NAB-Bank hieß es voriges Jahr in wertendem Tonfall:

»Laut Mark Raymer, Geschäftsführer von NAB Cashflow Solutions, müssen die Digitalverweigerer bald ihre Abneigung […] überwinden. Er glaubt, dass die Mehrheit der australischen Unternehmen innerhalb von fünf Jahren auf bargeldloses Bezahlen umstellen wird, wobei kleine Unternehmen den Weg wahrscheinlich anführen werden.«

Der Bürger hat die Macht

An dem obigen Aussagen kann man erkennen, wie sehr das Bargeld in Bedrängnis kommt. Zuerst wird die Bargeldversorgung eingeschränkt, dann lehnen die Geschäfte das Bargeld ab und am Ende steht die Bargeldabschaffung oder ein Bargeldverbot. Für den unbedarften Bürger entsteht all das zufällig. Der informierte Bürger nimmt schnell wahr, dass im Hintergrund sehr mächtige und einflussreiche Konzerne und Institutionen stehen, die von einer Bargeldabschaffung profitieren.

Damit es bei uns in Mitteleuropa nicht so weit kommt wie in Australien oder Skandinavien, ist es wichtig, sich darüber bewusst zu werden, welchen Wert Bargeld für uns als Einzelne, Familie oder Gesellschaft besitzt. Helfen Sie mit, unsere Mitmenschen aufzuklären. Nutzen Sie dazu:

 

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Bargeld ist tot! … unsere Freiheit stirbt mit.

Dieses düstere Bild verdichtet sich immer mehr bei Wissenschaftlern und auch in den Medien – das Bild einer unfreien, fremdbestimmten und ferngesteuerten Gesellschaft. Der Autor entlarvt in seinem Buch detailliert die Hintergründe der schleichenden, aber keineswegs zufälligen Abschaffung des Bargelds und skizziert deren verheerende Folgen.

Mehr als 100 Grafiken ermöglichen es auch Laien, die komplexen Zusammenhänge leicht zu verstehen. Dabei folgt Hansjörg Stützle seinem Anspruch, nicht nur aufzuklären, sondern auch Lösungen aufzuzeigen. So beleuchtet er die Bargeldabschaffung auch aus dem Blickwinkel der morphischen Felder. Dieser Perspektivenwechsel schafft Raum für Hoffnung und bietet jedem Einzelnen die Chance, ein wichtiger und unverzichtbarer Teil der Lösung zu sein.

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4 Kommentare

  1. Es ist offensichtlich, dass viele Leute keine Ahnung haben, was BARGELDLOS bedeutet?
    Wenn wir die Abschaffung des Bargeldes zulassen, werden wir unsere Freiheit fast ganz verlieren bzw, wir werden immer auf Leute angewiesen sein, die uns gut gesinnt sind! Einfachste, gemeine, hinterhältige, willkürliche Einschränkungen würden ermöglicht, vielleicht auch unter dem Vorwand: «Ich habe etwas verwechselt!», Stromausfall, Störungen des Internets, und alles steht still! Ein Fakt ist, dass ohne Bargeld tausende von Jobs für viele tausend Mitarbeitende, im Umgang mit dem Bargeld, gänzlich abgeschafft würden. Das ist was die Unternehmen anstreben, um Ertrag zu steigern! Für Wenige ein zusätzliches Gewinnpotenzial zu UN-Gunsten der Bevölkerung! Die völlige Abhängigkeit von staatlichen „Institutionen“ und deren Nutzniesser und Schergen durch die Abschaffung des Bargeldes, wäre das Resultat! Die angebliche hygienische Unsauberkeit des Geldes als Vorwand zur Abschaffung herbeizuziehen, ist völlig lächerlich! Wie mehr wir uns einer fragwürdigen „Hygiene“ unterziehen (nicht zu verwechseln mit Sauberkeit), umso mehr werden wir krank, weil sich das Immunsystem nicht mehr, oder viel weniger konditionieren kann. Die mindere Sauberkeit des Bargeldes als Grund zur Abschaffung anzuführen, ist „der Wolf im Schafspelz“! Natürlich wäre das vor allem zur Freude der Pharma, wenn wir tagtäglich, für viele Leute, zusätzliche Medikamente und Regel-Impfungen mit hohem Gewinn-Potenzial für die Pharma und deren Günstlingen, vornehmlich in der Politik, zu uns nehmen müssten, um dem Immunsystem zu helfen Infiziöses abzuwehren, weil das Immunsystem nicht mehr selbständig in der Lage ist! Es ist der Beginn und die Hauptfunktion der totalen Überwachung. Niemals darf es so weit kommen! Wehren wir uns!

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    • Sehr gut zusammengefasst, was ein Bargeldverbot bedeuten würde. Und das wichtigste: Wir müssen etwas für unser Bargeld tun, damit es uns erhalten bleibt.

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  2. Bei bargeldabschaffung zwingt uns der Staat unsere Bankdaten immer anzu geben , somit verletzt der Staat bewusst das Bankgeheimnis und überwacht alle unsere Konten —-um uns besser kontrollieren zu können , das nennen die auch noch Freiheit und Demokratie !

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