Kategorie: Leicht verständlich

Ein Konzern schürt Angst und Ekel vor Banknoten und profitiert von der schleichenden Bargeldabschaffung

Vor 8 Jahren hat ein weltweit bekannter Kreditkartenkonzern eine Kampagne losgetreten, der nachhaltiger Erfolg beschieden ist. Wir nehmen das Kunststück genauer unter die Lupe, mit dem es einmal mehr gelungen ist, Scheine und Münzen als infektiöses Austauschmittel im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern. Als Resultat daraus hat sich die Bargeldabschaffung seit dem Frühjahr 2020 erheblich beschleunigt.

Ein Kampf für die Bargeldabschaffung mit allem, was recht ist

Es geht um eine Firma, die sich offen für eine bargeldlose Welt einsetzt und den Namen Mastercard führt. Seine unterschwelligen Werbebotschaften und spitzfindigen Analysen adressiert das Unternehmen mal an öffentliche Stellen (EU-Kommission, Regierung), mal an den Bürger und Konsument. Über Jahre arbeitete der Konzern daran, in der Öffentlichkeit als Anbieter von Kreditkartentransaktionen präsent zu sein. Mit der Zeit begann die PR-Abteilung, offensiv gegen Bargeld vorzugehen. Die Bargeldabschaffung ist das Ziel. Die Strategie lautet: »Bargeld in Verruf bringen und anschließend den Schwarm aufgebrachter Leute mit Werbebotschaften in die eigenen Gewässer lotsen.«

Mastercard entdeckte, dass sich das Thema der Hygiene wunderbar dazu nutzen lässt, Stimmung gegen Bargeld zu machen und die bargeldlosen Zahlungsmittel zu fördern. Es war die Angst vor dem Ungewissen, die das Unternehmen im Menschen antriggern wollte, um für Beklemmung und Ekel zu sorgen. Und tatsächlich, Mastercard traf den Nerv.

Wer nicht bargeldlos zahlt, riskiert ein Handgemenge mit Bakterien

Mastercard beauftragte ein Institut an der renommierten Universität Oxford damit, Bakterien auf den Banknoten verschiedener Währungen zu zählen. Die Auswertung wurde um den 20. März 2013 herum vorgenommen. Das Ergebnis war ernüchternd: 11.066 Bakterien auf einer einzelnen Eurobanknote, eine erbärmlich geringe Summe. Für Mastercard jedoch kein Problem, denn es zählt nicht zum Allgemeinwissen, welche Mikrobenzahlen klein, groß oder durchschnittlich sind.

Eine 5-Euro-Banknote besitzt eine Oberfläche von 148,8cm². Somit finden sich auf einem Euroschein 74 Bakterien je Quadratzentimeter. Diese Zahl lässt sich jetzt gut vergleichen mit den Ergebnissen anderer Labore und Studien (mit möglicherweise unterschiedlichen Messmethoden):
 

  • Bei einem 10sekündigen Kuss mit Zungenkontakt übertragen sich im Schnitt 80 Millionen Bakterien.
  • Auf der Haut unseres Körpers leben nicht weniger als 100 Milliarden Bakterien.
  • Insgesamt leben in und auf dem menschlichen Körper etwa 40 Billionen Bakterien.
  • Gesundes Trinkwasser enthält laut der Zürcher Wasserversorgung 20.000–150.000 Bakterien pro Milliliter.
  • Ein Küchenschwamm kann bis zu 54 Milliarden Bakterien je Kubikzentimeter auf die Waage bringen.
  • Fruchtbare Erde zählt bis zu 1 Milliarde Bakterien je Teelöffel und rohes Sauerkraut, Kefir oder Joghurt bis zu 1 Milliarde Bakterien pro Gramm.
  • Das Spülbecken in der Küche ist mit durchschnittlich 176.410 Bakterien je Quadratzentimeter übersät.
  • Ein Armaturengriff im Badezimmer immerhin mit 279 Bakterien pro Quadratzentimeter.

Zum Schutze der öffentlichen Gesundheit soll der Staat das Bargeld abschaffen

Von den genannten Tatsachen ließ sich Mastercard nicht beirren. Ab dem 25. März 2013 bemühte sich der Konzern um die Aufmerksamkeit der Presse in verschiedensten Ländern. Die Medienmitteilung enthielt eine Aussage von Ian Thompson, Professor für Ingenieurwissenschaften in Oxford. Seine Studenten und Mitarbeiter waren mit der Erhebung betraut gewesen.

  • Thompson warnt in der deutschen Variante der Presseerklärung, dass eine Zahl von 11.000 Bakterien, wie sie auf Euroscheinen festgestellt wurde, eine Infektion herbeiführen könne.
  • Thompson spricht in der schwedischen Variante dieselbe Warnung aus, nur diesmal bezogen auf Schwedische Kronen und der dort zutreffenden durchschnittlichen Bakterienzahl von 39.600.
  • Und in der offiziellen englischen Mitteilung nennt er abweichend den Mittelwert aller getesteten Währungen.

Die Medien hatten eine Schlagzeile gefunden. In Russland berichtete beispielsweise die Komsomolskaya Pravda am 27. März 2013 in Bezug auf die Bakterienzahlen, dass der Staat nun neben der Bekämpfung der Steuerhinterziehung einen weiteren Grund habe, Bargeld abzuschaffen. In Dänemark hieß es am 26. März 2013 gar wie folgt: »Banknoten und Münzen sind gefährliche Keimbomben[.] Dänische Banknoten sind so dreckig und mit schädlichen Bakterien besetzt, dass sie ein Gesundheitsrisiko darstellen können.«

Die Bargeldabschaffung beseitigt ein nicht vorhandenes Problem

Banknoten sind ein trockenes und atmungsfähiges Medium. Dadurch fehlt eine für das Leben oder – besser gesagt – Überleben von Bakterien wesentliche Eigenschaft: beständige Feuchtigkeit. Solche ist in manchen Hautgegenden gegeben, im Mund oder auch in Wasser.

Geldscheine sind aber nicht einfach nur ein trockener Alltagsgegenstand, sondern dazu noch ein sehr poröser. Das ist der Hintergrund dessen, dass die imaginäre Möglichkeit, nach dem Kontakt mit Bargeld wegen der Übertragung von Mikroben zu erkranken, um ein Vielfaches geringer sein muss als bei anderen Dingen des täglichen Lebens. Die Deutsche Bundesbank hat im Frühjahr 2020 in einer Presseerklärung auf diese Tatsache hingewiesen. Ein Zitat aus dieser Medienmitteilung finden Sie auch auf einer Visitenkarte, von der Ihnen Hansjörg Stützle gerne 100 Stück kostenlos zuschickt. Reichen Sie das Kärtchen weiter in der Absicht, Aufklärung zu der erfundenen Gesundheitsgefahr zu leisten und auf die Brisanz der Bargeldabschaffung hinzuweisen.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich von einer typischen Banknote im Schnitt nicht mehr als 0,2% der Bakterien ablösen an den berührten Stellen. Ganz anders sah es bei glatten Oberflächen aus (Glas, Porzellan, Metall): Dort lagen die Werte bei Bakterien im Mittel bei 50%, in einzelnen Fällen bei 100%. Ein recht ähnliches Ergebnis lieferte das getestete Virus. Aus der Untersuchung gewinnen wir folgende Erkenntnis: Bei Bakterien läuft die Übertragung über Teller, Türklinken, Smartphones und andere glatte Gegenstände 250 Mal leichter, bei Viren 70 Mal einfacher ab als über Geldscheine!

Es geht noch weiter: Mastercard hat in seiner Medienmitteilung nicht ausdrücklich darauf hingewiesen, dass für eine Infektion durch 11.066 Bakterien mehrere Kriterien erfüllt sein müssen:

1) Alle 11.066 Bakterien müssen ein und derselben pathogenen Bakterienart angehören.

2) Alle 11.066 Bakterien müssen sich von der Banknote ablösen und durch eine Öffnung in den Körper eintreten.

3) Die Person, der das vorhergehend genannte Missgeschick passiert, muss sich in geschwächter gesundheitlicher Verfassung befinden.

Das alles ist alles andere als wahrscheinlich:

1) Nur eine Minderheit unter den erforschten Bakterienarten birgt für den Mensch eine Krankheitsgefahr.

2) Banknoten werden in aller Regel von Bakterien besiedelt, die keine Gefahr für uns darstellen, sondern in Koexistenz mit uns leben, zum Beispiel auf unserer Haut. Von dort sind sie auch einmal irgendwann auf den Geldschein übergesprungen.

3) Eine fremde Bakterie kann sich auf der Haut normalerweise weder ausbreiten noch fortbewegen. Schon die Anwesenheit von Mikroben, die mit unserem Körper eine symbiotische Beziehung leben, hindert das pathogene Bakterium daran, sich fortzupflanzen und zu vervielfältigen. Es wird vom Körper und seinen symbiotischen Helfern sogar gezielt bekämpft. Die einzige Chance, in unseren Körper zu gelangen, hat die Bakterie dann, wenn wir sie mit unseren Händen ins Gesicht bringen.

4) Beim Gebrauch von Bargeld übertragen sich nur wenige Dutzend aller Wahrscheinlichkeit nach harmloser Bakterien auf die Hände. Um beispielsweise an einer Salmonellenvergiftung zu erkranken, ist es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vonnöten, 10.000–1.000.000 Salmonellenbakterien zu verspeisen.

Schlussfolgerung: Es dürfte auch dann noch höchst unwahrscheinlich sein, an einer bakteriellen Infektion zu erkranken, wenn wir die eine oder andere Banknote essen würden. Nach einer Bargeldabschaffung wäre die Gesellschaft unter Garantie nicht gesünder.

Bakterien sind allgemein ein Segen, eine bargeldlose Welt weniger

Inzwischen kristallisiert sich heraus, dass unsere Hautbakterien für die korrekte Funktion des Immunsystems unabdingbar sind. Die Fachzeitschrift Nature kommentiert: »Die Haut wurde lange Zeit als rein physikalische Barriere gegen den Angriff von Krankheitserregern betrachtet. Nun aber beginnen Forscher zu erkennen, dass diese vereinfachte Sichtweise radikal überdacht werden muss.« Nature.com

Die Wasserversorgung der Stadt Zürich hat ebenfalls lobende Worte übrig: »Die Fähigkeit der […] Bakterien, kleinste Mengen an Nährstoffen zu verwerten, trägt dazu bei, dass beispielsweise Krankheitserreger, die Cholera, Typhus oder Ruhr hervorrufen, im Wasser schlechte Überlebenschancen vorfinden und eine Vermehrung gar unmöglich ist.« Stadt-Zuerich.ch

Das Leben in einer bargeldlosen Welt ist jedoch alles andere als erquicklich. Lesen Sie unbedingt unsere Zusammenstellung »Bargeldverbot konkret«, um mehr über die Folgen der Bargeldabschaffung zu erfahren, und besuchen Sie die Seite »Gemeinsam aktiv werden«, um ganz konkret für den Erhalt des Bargelds aktiv zu werden!

Wenn Sie im Detail wissen möchten, wie sich Mastercard für die Abschaffung des Bargelds einsetzt und das Gerücht der Gesundheitsgefahr verbreitet, lesen Sie die große Abhandlung »Mastercards weltweite Aktivitäten gegen Bargeld aufgedeckt«. Dort finden Sie auch alle Quellenangaben, die Sie in diesem kurzen Aufsatz vermisst haben könnten.

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Mehr als 100 Grafiken ermöglichen es auch Laien, die komplexen Zusammenhänge leicht zu verstehen. Dabei folgt Hansjörg Stützle seinem Anspruch, nicht nur aufzuklären, sondern auch Lösungen aufzuzeigen. So beleuchtet er die Bargeldabschaffung auch aus dem Blickwinkel der morphischen Felder. Dieser Perspektivenwechsel schafft Raum für Hoffnung und bietet jedem Einzelnen die Chance, ein wichtiger und unverzichtbarer Teil der Lösung zu sein.

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