Bargeldverbot verhindern – Für Freiheit und gegen Bargeldabschaffung https://bargeldverbot.info/ Das Bargeld und damit die Freiheit ist in Gefahr. Jetzt aktiv werden und Hansjörg Stützle im Kampf gegen Bargeldverbot und Abschaffung des Bargelds helfen. Mon, 12 Dec 2022 07:03:40 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.1.1 https://bargeldverbot.info/wp-content/uploads/2019/04/cropped-kleeblatt-32x32.png Bargeldverbot verhindern – Für Freiheit und gegen Bargeldabschaffung https://bargeldverbot.info/ 32 32 Europäische Zentralbank bevorzugt »digitales Bargeld« https://bargeldverbot.info/2022/12/05/ezb-digitaler-euro/ Mon, 05 Dec 2022 11:00:40 +0000 https://bargeldverbot.info/?p=12680 Kategorie: Leicht verständlich

In einigen einflussreichen Gremien dominieren die Gegner von Banknoten und Münzen. Das hat Yves Mersch schon 2016 durchblicken lassen. Damals war er noch Direktor der Europäischen Notenbank EZB. Sechs Jahre später müssen wir mit Schrecken feststellen, dass sich die Zentralbank in einen Wegbereiter der Abschaffung des Bargelds als Zahlungsmittel verwandelt. Aber zum Glück gibt es das Lager der Vernunft.

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Europäische Zentralbank bevorzugt »digitales Bargeld«

In einigen einflussreichen Gremien dominieren die Gegner von Banknoten und Münzen. Das hat Yves Mersch schon 2016 durchblicken lassen. Damals war er noch Direktor der Europäischen Zentralbank EZB. Sechs Jahre später müssen wir mit Schrecken feststellen, dass sich die Notenbank in einen Wegbereiter der Abschaffung des Bargelds als Zahlungsmittel verwandelt. Aber es gibt zum Glück die Gegenseite – das Lager der Vernunft. Jene, die sich für den Erhalt des Bargeldes einsetzen und sogar vielversprechende Schritte zur gesetzlichen Verankerung des Bargeldes eingeleitet haben. Das macht Mut und Hoffnung. Doch dieses zarte Pflänzchen braucht jetzt alle unsere Unterstützung, damit es zu einem mächtigen Baum heranwachsen kann. Von Hansjörg Stützle, 05.12.2022.

Die letzten Wochen waren für den Erhalt unseres Bargeldes keine guten. Unsere Innenministerin Nancy Faeser hat eine europaweite Bargeldobergrenze gefordert. Christian Lindner ist nicht bereit, sich diesem Vorhaben entgegenzustellen. Schon 2016 versuchte unser damaliger Finanzminister Schäuble eine Bargeldobergrenze in Deutschland einzuführen, ist damit allerdings kläglich gescheitert. Die Bundesregierung versucht nun über den Umweg der Europäischen Union eine Bargeldobergrenze zu etablieren, und das nicht nur deutschlandweit, sondern gleich europaweit. Allein dieser Fakt ist schockierend. Aber die nächste Hiobsbotschaft hat eine noch viel größere Tragweite:

Am 07.11.2022 fand eine Fachveranstaltung der Europäischen Kommission und der Europäischen Zentralbank statt. Thema war die Einführung des digitalen Euros. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank Frau Lagarde sowie EZB-Direktionsmitglied Fabio Panetta ließen keinen Zweifel daran, dass der E-Euro (digitale Euro) eingeführt werden wird. Sie planen, ihn fast gänzlich überwachungsfähig zu machen und ihm das Privileg des gesetzlichen Zahlungsmittels zuzusprechen.

Das allein ist schlimm und gefährlich. Aber die Hüter der Währung wollen das Ganze damit garnieren, dass jeder Händler in Europa diesen E-Euro annehmen muss. Sie wollen also dem E-Euro das Privileg des Annahmezwangs zubilligen. Also genau das Privileg, das dem Bargeld verwehrt bleibt. Einer Interpretation der Europäischen Kommission aus dem Jahre 2010 zufolge liegt es nämlich zuerst einmal in der Hand von Kunde und Verkäufer, sich über das Zahlungsmittel einig zu werden. Natürlich zieht der Kunde den Kürzeren. Das sieht man spätestens jetzt, wo immer mehr Händler dazu übergehen, das Bargeld abzulehnen. Die Europäische Zentralbank konzipiert also einen direkten Konkurrenten zu Bargeld, der entscheidende Privilegien bekommen soll. Auf dieser Grundlage hat das Bargeld keine Überlebenschance!

Einer der Redner auf der Fachveranstaltung war Finanzminister Christian Lindner. Auf Twitter taufte er den E-Euro am selben Tag als »digitales Bargeld« und verkündete, was zu tun sei, damit der E-Euro Akzeptanz bekomme »als Ergänzung oder gleichwertiger Ersatz für Scheine und Münzen«.

Eine einmalige Chance – vielleicht die letzte

Zum Glück gibt es die Gegenseite, also jene Menschen, die sich für den Erhalt des Bargeldes und somit unserer aller Freiheit einsetzen. Es gibt eine kaum noch erhoffte Chance, das Bargeld gesetzlich zu verankern und ihm damit einen dauerhaften Bestand zu geben. Diese gesetzliche Verankerung ist nun in der Schweiz möglich. Aber auch diese Verfassungsinitiative steht auf Messers Schneide. Sie ist zwar ein großer Hoffnungsschimmer, benötigt jetzt jedoch alle Unterstützung, insbesondere in Form von Spenden. Und wir alle haben die Möglichkeit, das zu unterstützen.

In der Schweiz besteht eine Form der direkten Demokratie. Jeder Bürger hat dort die Möglichkeit, Verfassungsinitiativen außerhalb des Einflusses der Politik einzureichen. Auch wenn diese Möglichkeit große Hoffnung gibt, ist das Ganze großen Hürden unterworfen. Damit es zur Volksabstimmung kommen kann, müssen bis zum 17. Februar 2023 insgesamt 100.000 gültige und beglaubigte Stimmen eingereicht werden.

Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass erst bei 120.000 eingegangenen Stimmen sichergestellt ist, dass auch 100.000 gültige Unterschriften erreicht worden sind. Bis heute sind erst 94.198 Stimmen eingegangen. Es steht somit auf Messers Schneide, ob die nötigen Unterschriften rechtzeitig zusammenkommen und die Verfassungsinitiative zur Volksabstimmung zugelassen wird.

Helfen Sie mit und übernehmen Sie eine Schirmherrschaft. Bis zum 31.12.2022 können wir alle diese Verfassungsinitiative unterstützen: Es gibt eine Möglichkeit, dazu beizutragen, dass alle Haushalte der Schweiz einen Unterschriftsbogen für die Bargeldinitiative erhalten. Sie können für ein Gebiet eine „Schirmherrschaft“ übernehmen. Unter diesem Link können Sie ein Gebiet der Schweiz auswählen und mit einer Spende dafür sorgen, dass jeder Briefkasten in diesem Gebiet einen Unterschriftsbogen erhält. Diese Aktion ist nur bis zum 31.12.2022 möglich. Danach sind Spenden für diese Aktion nicht mehr möglich, weil die Frist für das Sammeln der Unterschriften bald darauf ausläuft.

Jeder, also auch Bürger außerhalb der Schweiz, kann an dieser wichtigen Aktion teilnehmen. Ich hoffe sehr auf rege Teilnahme. Es ist die größte und aussichtsreichste Chance, das Bargeld gesetzlich zu verankern. Irgendwo muss der Anfang hierzu gemacht werden. Und wenn diese gesetzliche Verankerung in der Schweiz Erfolg haben sollte, wird es überall auf der Welt gehört werden und Nachahmer finden. Bitte helfen Sie dabei, diesen Hoffnungsschimmer für unsere Freiheit mit Ihren Möglichkeiten zu unterstützen. Es ist eine einmalige Chance für den Erhalt unseres Bargeldes – vielleicht die letzte! Wir Bürger haben den Erhalt des Bargeldes aktuell noch in der eigenen Hand.

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100.000 Stimmen für das Bargeld https://bargeldverbot.info/2022/11/25/100tausend/ Fri, 25 Nov 2022 14:11:38 +0000 https://bargeldverbot.info/?p=12589 Kategorie: Leicht verständlich

Noch anderthalb Monate können wir alle dazu beitragen, dass Banknoten und Münzen Eingang ins höchste Gesetz der Schweiz bekommen. Denn eine Verfassungsinitiative befindet sich im Schlussspurt der Unterschriftensammlung. Helfe und dir ist geholfen: Haben die Eidgenossen Erfolg, steht ein Leuchtturm für eine freie Zukunft. Nicht irgendwo, sondern im Herzen Europas.

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100.000 Stimmen für das Bargeld

Noch anderthalb Monate können wir alle dazu beitragen, dass Banknoten und Münzen Eingang ins höchste Gesetz der Schweiz bekommen. Denn eine Verfassungsinitiative befindet sich im Schlussspurt der Unterschriftensammlung. Helfe und dir ist geholfen: Haben die Eidgenossen Erfolg, steht ein Leuchtturm für eine freie Zukunft. Nicht irgendwo, sondern im Herzen Europas. Von Hansjörg Stützle, 25.11.2022.

In der Schweiz ist eine Verfassungsinitiative angetreten, das Bargeld gesetzlich zu verankern. Damit es zur Volksabstimmung kommen kann, müssen bis zum 17. Februar 2023 100.000 beglaubigte Unterschriften eingereicht werden. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass erst bei 120.000 eingegangenen Stimmen gewährleistet ist, dass die Hunderttausender-Marke übersprungen worden ist. Denn nicht alle Unterschriften werden als gültig anerkannt.

Bis heute sind jedoch erst 90.355 Stimmen eingegangen. Den aktuellen Pegelstand und die Unterschriftsbögen finden Sie auf FBSchweiz.ch. Es steht somit auf Messers Schneide, dass die nötigen Unterschriften rechtzeitig zusammenkommen und diese Verfassungsinitiative dann auch zur Volksabstimmung zugelassen wird.

Wer mehr über diese Verfassungsinitiative erfahren möchte, der lese den Beitrag »Die Schweiz kann dem Bargeld eine Zukunft schaffen«.

Helfen Sie mit

Bis zum 31.12.2022 können wir alle diese Verfassungsinitiative unterstützen – auch von Deutschland und Österreich aus:

Es gibt eine Möglichkeit, sehr schnell und effektiv alle Briefkästen der Schweiz mit einem Unterschriftenzettel für diese Bargeldinitiative zu bestücken. Sie können für ein Gebiet sozusagen eine Schirmherrschaft übernehmen und mit einer Spende dafür sorgen, dass jeder Postkasten in diesem Gebiet solch einen Unterschriftenzettel erhält. Dafür gibt es eine spezielle Internetseite:

Flyer-ueberall.ch

Die Webseite ist intuitiv zu bedienen; dennoch möchte ich nachfolgend erklären, wie sie aufgebaut ist:

Schirmherrschaft für ein Gebiet übernehmen

Wenn Sie die Seite Flyer-ueberall.ch aufrufen, finden Sie dort die drei Reiter „Alles“, „Empfohlen“ und „Partielle“. Voreingestellt ist „Alles“:

Ein komplettes Gebiet sponsern

Unter dem Reiter „Alles“ ist die gesamte Schweiz mit allen Teilgebieten aufgeführt. Unter dem Reiter „Empfohlen“ können Sie die Gebiete auswählen, aus denen viel Zuspruch zu erwarten ist. Sie sehen immer, welcher Betrag nötig ist, damit jedem Haushalt in diesem Gebiet ein Unterschriftenzettel zugestellt werden kann. Mit einem einfachen Klick können Sie Ihr Wunschgebiet in den Warenkorb legen.

Mit individuellen Beträgen unterstützen

Unter dem dritten Reiter „Partielle“ kann man beliebig viel oder wenig Geld für ein Gebiet beisteuern. Sie sehen hier, zu wie viel Prozent das Gebiet bereits finanziert ist. Wenn Sie auf ein Gebiet klicken, öffnet sich ein Fenster und Sie können Ihren Wunschbetrag eingeben und dafür sorgen, dass in diesem Gebiet die Unterschriftenzettel verteilt werden. Mit Klick auf OK führen Sie Ihre Spende in den Warenkorb:

Empfehlung für Nicht-Schweizer

Die Bestellung und der Preis sind in CHF (Schweizer Franken) ausgewiesen. Eine Schweizer-Franken-Überweisung außerhalb der Schweiz verursacht jedoch hohe Bankgebühren. Daher empfehle ich, dass Sie den ausgewiesenen Betrag in Euro überweisen. Dieser Euro-Betrag wird dann in Schweizer Franken umgewechselt.

Noch besser ist, sie rechnen grob den Betrag in Euro um. 100 SFR würden beispielsweise nach aktuellem Wechselkurs circa 101 Euro betragen. Auch wenn ein paar Cent beziehungsweise Rappen fehlen sollten, wird die Verteilung der Unterschriftszettel für Ihr Gebiet stattfinden.

Aktion ist befristet

Die Aktion läuft nur bis zum 31.12.2022. Danach sind Spenden für das Verteilen der Unterschriftszettel nicht mehr möglich. Denn bis Ende Januar müssen genügend Schweizer Bürger unterschrieben haben, damit das Initiativkomitee die Unterschriften bis zum 17. Februar 2023 beglaubigen lassen kann. Jeder, also auch Bürger außerhalb der Schweiz können an dieser wichtigen Aktion teilnehmen.

Zusätzliche Handlungsmöglichkeiten für Schweizer Bürger

Darüber hinaus haben Schweizer Staatsangehörige die Möglichkeit, die Initiative selbst zu unterschreiben sowie Unterschriften von weiteren Schweizer Bürgern zu sammeln:

  1. Unterschreiben Sie die Bargeldinitiative und reichen Sie die Unterschriftsbögen so bald als möglich ein. Hier können Sie den Vordruck in drei Landessprachen herunterladen: https://fbschweiz.ch/index.php/de/bargeld-de
  2. Sammeln Sie in Ihrer Umgebung weitere Unterschriften!

Was jeder Erdenbürger tun kann

  1. Verbreiten Sie den vorliegenden Artikel in Ihrem Umkreis. Per E-Mail, in sozialen Medien, in der Druckversion.
  2. Machen Sie Freunde in der Schweiz aufmerksam. Der Unterschriftsbogen in drei Landessprachen kann hier heruntergeladen werden.
  3. Sie kennen Leute mit Reichweite? Vermitteln Sie der Sache Medienpräsenz.
  4. Auf Bargeldverbot.info und bei Norbert Häring finden Sie Hintergrundinfos zum Thema Bargeld. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Argumente untermauern können.

Ich hoffe sehr, auf rege Teilnahme. Es ist die größte und aussichtsreichste Chance, das Bargeld gesetzlich zu verankern. Irgendwo muss der Anfang hierzu gemacht werden. Und wenn diese gesetzliche Verankerung in der Schweiz Erfolg haben sollte, wird es überall auf der Welt gehört werden und Nachahmer finden.

Bitte helfen Sie dabei, diesen Hoffnungsschimmer für unsere Freiheit mit Ihren Möglichkeiten zu unterstützen.

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Die Schweiz kann dem Bargeld eine Zukunft schaffen https://bargeldverbot.info/2022/11/15/schweiz/ Tue, 15 Nov 2022 10:34:13 +0000 https://bargeldverbot.info/?p=12216 Kategorie: Leicht verständlich

Ein Stützpfeiler der freien Gesellschaft wankt: Ob Sie kaufen oder verkaufen können, soll nicht mehr in Ihren Händen liegen. Doch im Herzen Europas strahlt jetzt ein Stern der Hoffnung.

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Bundeshaus in Bern

Die Schweiz kann dem Bargeld eine Zukunft schaffen

Ob Sie kaufen oder verkaufen können, soll nicht mehr in Ihren Händen liegen. Doch im Herzen Europas strahlt jetzt ein Stern der Hoffnung. Von Hakon von Holst, 15.11.2022

Ein Stützpfeiler der freien Gesellschaft wankt. Stellen Sie sich vor, Sie stehen an der Kasse. Die EC-Karte funktioniert nicht, die Kreditkarte streikt. Hinter Ihnen ungeduldige Stimmen. Sie brechen den Kauf ab, probieren es beim Bäcker gegenüber. Die Geldkarten lassen Sie im Stich, auch hier. Ob Sie erwerben oder veräußern können, entscheiden nicht mehr Sie, sondern die Technik, die Bank und der Staat. Unvorstellbar? Mehr und mehr Geschäfte weisen Münze und Papier zurück. Mit Karte, bitte! Ob in der Dresdner Straßenbahn, in Hamburger Bussen oder im Schweizer Postauto – die Barzahlung wird abgeschafft. Überwachung auf Schritt und Tritt: Das ist Freiheit, wirbt JPMorgan Chase auf der Kreditkarte. Die Großbank Nummer eins setzt auf Psychologie. Die Unbill kommt auf Zehenspitzen. Millionen Irrlichter locken in die digitale Welt. Aber die Schweiz sendet einen Hoffnungsstrahl.

»Es ist vorzuziehen, dass der private Sektor die Bargeldabschaffung betreibt und nicht der staatliche Sektor. […]. Letzteres erscheint fragwürdiger und die Leute könnten triftige Einwände dagegen haben.« Die Sätze von Aleksej Kirejew sind erst ein paar Jahre alt. Ehemaliger Berater von Michail Gorbatschow, leitender Ökonom beim Internationalen Währungsfonds: kein Niemand also. Auf Fotoaufnahmen lächelt er mit Christine Lagarde in die Kamera. Seine Vorgesetzte beim IWF damals. Vom Forbes-Magazin zur zweitmächtigsten Frau der Welt gekürt. Inzwischen Präsidentin der Europäischen Zentralbank. Und dort verwirklicht sich Kirejews Dystopie – vor unseren Augen:

Beim »Beck« in Nürnberg, Ecke Bahnhofsstraße gehen Barzahler leer aus. Der Betreiber: eine Bäckereikette mit 150 Standorten. Ihre erste Filiale dieser Art. MPreis ist auf demselben Weg: Gut 300 Supermärkte zählt das Unternehmen; in Innsbruck steht das Mustermodell der bargeldlosen Einkaufswelt. Mastercard als Projektpartner mit im Boot. Und der Weihnachtsmarkt in Zürich am Bellevue bleibt zum wiederholten Male »cashless«. Letztes Jahr noch mit einer Ausrede: »Unsere Veranstaltung ist aufgrund der Hygienemaßnahmen bargeldlos.« Heuer schon selbstverständlich. Genauso auf dem »Sternenmarkt« in der Hauptstadt Bern.

In Skandinavien regieren die Banken längst über den Geldbeutel in der Manteltasche. Die Kreditkarte als Ticket für die Teilnahme am öffentlichen Leben: »900 der 1600 schwedischen Bankfilialen halten kein Bargeld mehr vor«, schrieb Aleksej Kirejew 2017. »Es ist unmöglich, eine Fahrkarte für die U-Bahn mit Bargeld zu kaufen«. Schweden als Vorreiterland also. Und Mitteleuropa folgt. Bargeldlose Bahnhofstoiletten jetzt auch bei uns. Einen Fahrschein im Schweizer Postauto kaufen? Das führende Busunternehmen will ab 2025 nur Karte oder Handy. Aber es geht noch moderner: »Schwedens Bahn akzeptiert jetzt in die Hand implantierte Chips als Ticket«, berichtete die Berliner Morgenpost.

Eine freie Gesellschaft braucht ein freies Geld

»Digitales Bargeld kann unseren Alltag leichter machen«: die Meldung vom 7. November 2022. Aus der Feder von Finanzminister Christian Lindner, direkt aus Brüssel. Die Politik gefesselt von der Digitalwährung. »Eine weitere Stufe der Entwicklung des staatlichen Geldes – nach Münzen und Banknoten«, sagt Bundesbankpräsident Joachim Nagel. Das Bargeld gerät in Vergessenheit. Kann die Freiheit (über)leben, wenn man sich nicht für sie einsetzt?

Womöglich hätten wir in dieser schönen neuen Welt nie von einem Edward Snowden erfahren. Spezialantenne, Datenträger, Laptops und Flugtickets: Snowdens Einkaufsliste war lang; zum Glück gab es das Bargeld. Der Whistleblower verwischte seine Spuren. Ebenso zwei Journalisten, denen er sich anvertraut hatte: Laura Poitras und Barton Gellman. Dass der NSA-Mitarbeiter seine Tage nicht in einer Zelle fristet, ist auch dem Einsatz von Julian Assange zu verdanken. Der WikiLeaks-Gründer und Journalist griff selbst stets zu Banknoten statt Kreditkarten. Heute wird Assange unter Folterbedingungen festgehalten in Belmarsh, London.

Eine Menschenmasse in der Metro. 2019 geht Hongkong auf die Straße. Alle stehen um die Fahrscheinautomaten; Chipkarten bleiben daheim. Die Demonstranten zahlen bar – Angst vor China. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Polizei Ticketbuchungen zu Ermittlungszwecken verwendet. Immerhin, Hongkong kann sich noch Automaten mit Münzeinwurf leisten. Ein Beitrag zu einer freien Gesellschaft. In Deutschland keine Selbstverständlichkeit mehr:

In der Dresdner Straßenbahn mit Bargeld kein Weiterkommen. Wenigstens mit Kindern wollen die Verkehrsbetriebe kulant sein, wenn sie ohne Fahrschein angetroffen werden. Die Jüngsten sollen schon mit Karte zahlen. Schlechte Voraussetzungen dafür, einen guten Umgang mit Geld zu entwickeln. Visa weiß das. Die Karte verleitet zu Mehrausgaben. Und das Kreditkartenunternehmen wirbt mit dieser Tatsache Geschäftskunden. Der Handel will mehr umsetzen. Die Umwelt ist die Leidtragende, die Nachwelt erst recht.

Die Chance

Heute versprochen, morgen gebrochen: kein EU-Land müsse für die Schulden eines anderen Mitgliedsstaates haften, der Maastrichter Vertrag verbiete es ausdrücklich. Die Urheberin dieser Worte, die CDU, ging als Siegerin aus dem Europa-Wahlkampf hervor. Das war 1999. Zwölf Jahre später verwirklichte sich das Gegenteil, mit den Stimmen derselben Partei. Lang ums Eck; aber der elektronische Euro kommt – als Zahlungsmittel für den Alltagsgebrauch. Die Digitalwährung soll das Bargeld nicht ersetzen, sondern ergänzen, beschwichtigt die Politik. Garantien? Fehlanzeige.

Auch in der Schweiz verliert das Bargeld an Boden. Doch die Eidgenossen besitzen einen Vorteil: Gegen Gesetzesänderungen kann ein Referendum zustande gebracht werden und Volksinitiativen können eine Verfassungsänderung bewirken. Bürger haben jetzt genau das auf den Weg gebracht. Die Initiative »Bargeld ist Freiheit« soll dem einzigen etablierten freien Zahlungsmittel Schutz durch die Verfassung geben. Helfe und dir ist geholfen: Hat die Schweiz Erfolg, steht ein Leuchtturm für eine freie Zukunft. Nicht irgendwo, sondern im Herzen Europas.

Und die Schweiz braucht Unterstützung: Engagement und Aufmerksamkeit. 100.000 gültige Unterschriften von Schweizer Staatsangehörigen sind Voraussetzung; sonst kommt es nicht zur Volksabstimmung. Weil die Medien schweigen, ist die Unterschriftensammlung ins Stocken geraten. 40.000 Unterzeichner müssen sich in den nächsten zwei Monaten finden. Im Februar 2023 läuft die Sammelfrist ab. Und das können wir tun:

  • Verbreiten Sie den vorliegenden Artikel in Ihrem Umkreis. Per E-Mail, in sozialen Medien, in der Druckversion.
  • Machen Sie Freunde in der Schweiz aufmerksam. Der Unterschriftsbogen in drei Landessprachen kann hier heruntergeladen werden.
  • Die Initianten wollen jedem Haushalt ein Flugblatt zustellen. Sie können das Vorhaben unterstützen. Wie das möglich ist, erfahren Sie auf der Seite Flyer-ueberall.ch.
  • Leben Sie in der Schweiz? Dann verteilen Sie diesen Handzettel zum Ausdrucken.
  • Sie kennen Leute mit Reichweite? Vermitteln Sie der Sache Medienpräsenz.
  • Auf Bargeldverbot.info und bei Norbert Häring finden Sie Hintergrundinfos zum Thema Bargeld. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Argumente untermauern können.

Helfen wir mit. Freiheit kennt keine Ländergrenzen. Mit dem Ende der Barzahlung wird der Bürger an Staat und Banken gebunden: mit seiner Handlungsfähigkeit, mit seinen Daten, mit seinem Geld. Banknoten und Münzen geben uns Kontrolle über die eigenen Finanzen und damit über das eigene Leben. Die Initiative soll sicherstellen, dass der Zugang zu Bargeld erhalten bleibt. Ein positives demokratisches Votum in der Schweiz: Das wäre die Initialzündung für den Erhalt des freien Zahlungsmittels in Europa.

Alle Teile der Gesellschaft sind gefragt, denn: Die Barzahlung für die Zukunft zu bewahren ist verbindend und wegweisend, sozial wie konservativ, freiheitlich, ökologisch und christlich in einem. Sie können ganz persönlich dazu beitragen, dass sich der Stern der Hoffnung in eine Sonne für die Welt verwandelt.

Ergänzende Quellenangaben

Zu den Journalisten Barton Gellman und Laura Poitras: »Wir versuchten, dem Blick eines Überwachungsriesen zu entgehen, während wir durch seine Tore spähten. Wir konnten nicht darauf hoffen, lange unentdeckt zu bleiben, aber wir kämpften um jede Minute. […]. Wir hatten billige Laptops bar gekauft und nutzten Datenschutz-Tools, um ihre Hardware und Netzwerkadressen zu spoofen. [Laura] Poitras, Verax [der später unter seinem echten Namen Edward Snowden berühmt werden würde] und ich verschlüsselten jedes Wort. Wir benutzten nie ein Telefon. Jeder Kontakt hinterließ eine Spur – das ließ sich nicht vermeiden –, doch wir sorgten für falsche Fußabdrücke.« Barton Gellman in »Der dunkle Spiegel«, Frankfurt 2020, Seite 19f.

Zum Thema Digitalwährung sei der Leser auch auf einen aktuellen Beitrag von Norbert Häring hingewiesen. Der Titel lautet »EZB-Chefin Lagarde legt offen, wie sie mit dem digitalen Euro das Bargeld verdrängen will«.

Alle weiteren Referenzen hat der Autor im Text verlinkt. Sollte eine Verlinkung nicht mehr funktionstüchtig sein, können Sie die entsprechende Adresse im Wayback-Internetarchiv nachschlagen.

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Die EU-Kommission im Krieg gegen das Bargeld https://bargeldverbot.info/2022/09/26/bruessel-war-on-cash/ https://bargeldverbot.info/2022/09/26/bruessel-war-on-cash/#comments Mon, 26 Sep 2022 15:01:38 +0000 https://bargeldverbot.info/?p=10163 Kategorie: Fachartikel

»We agree with the war on cash […].« Das regierende Organ der Europäischen Union hat sich in den Dienst der Banken gestellt. Das bestätigen nicht allein seine Worte, sondern auch eine Reihe erstaunlicher Maßnahmen. Die EU-Kommission arbeitet offenbar seit Jahren an der schrittweisen Ablösung des Bargelds. Am Ende der Entwicklung droht der Zusammenbruch des Barzahlungsverkehrs mit dramatischen Folgen für die Bürgerrechte.

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Die EU-Kommission im Krieg gegen das Bargeld

»We agree with the war on cash […]«: Das regierende Organ der Europäischen Union hat sich in den Dienst der Banken gestellt. Das bestätigen nicht allein seine Worte, sondern auch eine Reihe erstaunlicher Maßnahmen. Die EU-Kommission arbeitet offenbar seit Jahren an der schrittweisen Ablösung des Bargelds. Am Ende der Entwicklung droht der Zusammenbruch des Barzahlungsverkehrs mit dramatischen Folgen für die Bürgerrechte. Von Hakon von Holst, 26.09.2022.

Visa und Mastercard blasen zum Krieg gegen das Bargeld – die EU-Kommission zieht mit

Die Publikation »European Card Review« war eine Branchenzeitschrift des Bankensektors. In der März-April-Ausgabe des Jahres 2006 schrieb Jane Adams, dass die Zahlungskartenindustrie viele Jahre das Ideal einer bargeldlosen Gesellschaft propagiert hat. Es sei ihr bisher nicht gelungen, dieses Ziel zu erreichen, jedoch habe sie viel Erfolg bei der Verwirklichung einer Weniger-Bargeld-Gesellschaft gehabt. Mastercard behaupte, dass es den »Krieg gegen das Bargeld mit der nächsten Generation Bankkartenlösungen« führe. Und Konkurrent Visa glaube, dass er im Krieg gegen das Bargeld erfolgreich sei.

Wie Autorin Jane Adams berichtete, hatte David Deacon auf einer Konferenz des Kreditkartenriesen Mastercard einen Auftritt. Er war Abteilungsleiter innerhalb der »Generaldirektion Binnenmarkt und Dienstleistungen« der EU-Kommission. Adams dokumentierte seine bemerkenswerten Worte:

»Wir teilen die Ziele des Kriegs gegen das Bargeld, [aber] um einen richtigen Krieg gegen das Bargeld zu führen, braucht man eine passende Preissetzung.«

Als David Deacons obersten Chef hätte man damals Binnenmarkt-Kommissar Charlie McCreevy bezeichnen können. Dieser hatte am 13. November 2006 die Gelegenheit, auf dem SEPA-Kongress in Frankfurt vor versammelten Vertretern der Finanzindustrie zu sprechen. Die Veranstaltung wurde von der Europäischen Zentralbank gesponsert – anlässlich der 9. Euro Finance Week, einem bedeutenden Treffen der Finanz- und Versicherungsindustrie. McCreevy sagte dort:

{

»Wir können die Verbraucher auch dazu ermutigen, effizientere elektronische Zahlungsmittel zu nutzen. Dadurch können die Kosten für Bargeld und Schecks gesenkt werden – eine Last, die oft vom Bankwesen getragen wird.«

Charlie McCreevy, Finanzminister von Irland (1997–2004), EU-Kommissar für Binnenmarkt (2004–2010)

Charlie McCreevy auf den Spring Meetings des IWFs am 24. April 2004 (Bildlizenz: Foto des International Monetary Fund / Public Domain).

Sicherlich leiden die armen Banken unter der Last des Bargelds. Sie müssen ertragen, dass ihre Gläubiger Geld abheben. Ihre Gläubiger sind die Nutzer der Girokonten. Menschen wie Sie und ich, die der Bank Geld leihen und im Gegenzug die Möglichkeit haben, Überweisungen vorzunehmen. Aber die beklagenswürdigen Banken müssen zusehen, wie sich die Leute Monat für Monat einen Teil ihres Arbeitsentgelts auszahlen lassen, um alltägliche Einkäufe damit zu begleichen. Gerne hätten sie an jedem Austausch zwischen Verkäufer und Ladenkunde mitverdient.

Wenn der Bürger nicht die Macke hätte, Bargeld zu verwenden, weil es so ein transparentes und griffiges Zahlungsmittel ist, das einen nicht zu sehr dazu verleitet, mehr auszugeben, als man sich leisten kann, und das einen auch nicht auf Schritt und Tritt überwacht – ja, dann müsste man den Kunden auch nicht am Schalter empfangen oder einen Automat aufstellen. Zeit ist Geld und Bankomaten sind teuer. Für den EU-Kommissar ein großes Problem – die Belange des Bürgers gleichgültig.

Mit dieser Politik machte sich McCreevy bei den Banken beliebt. Kein Wunder, dass seine erste berufliche Anlaufstation nach Ende der Amtszeit die amerikanische Investmentbank BNY Mellon war.

EU-Kommission senkt die Preise für Kartenzahlungen

EU-Kommissions-Mitarbeiter David Deacon sprach auf dem Mastercard-Kongress von der Notwendigkeit einer passenden Preissetzung, um einen richtigen Krieg gegen das Bargeld zu führen. Eine Kartenzahlung sollte also den Ladenkunden wie auch den Einzelhändler nicht allzu viel kosten. Andernfalls entsteht auf Unternehmerseite nicht die Bereitschaft, Karten zu akzeptieren, und Konsumenten greifen lieber zu Bargeld.

Eine Konsequenz daraus war für die EU-Kommission, die multilateralen Interbankenentgelte des Mastercard-Systems zu verbieten. Dabei handelte es sich um eine branchenweit einheitliche Gebühr für die Zahlung mit Kreditkarte an der Ladenkasse. Sie musste vom Einzelhändler getragen werden. Diese Einheitlichkeit soll verhindert haben, dass sich die Banken gegenseitig mehr Konkurrenz um das preiswerteste Angebot für Geschäftskunden machen konnten – weniger Wettbewerb, höhere Preise. Und weil hohe Gebühren den Unternehmern die Akzeptanz der Kreditkarte verübelt, hat die ausführende Gewalt der Europäischen Union eingegriffen.

Am 19. Dezember 2007 veröffentlichte die EU-Kommission ein Informationsblatt zu ihrer Entscheidung. Das Factsheet MEMO/07/590 enthielt Antworten auf häufig gestellte Fragen, darunter eine erstaunliche Aussage:

{

»Kann Europa den ›Krieg gegen das Bargeld‹ ohne multilaterale Interbankenentgelte gewinnen? Ja. Die inländischen Kartensysteme in Europa haben Bargeld und Schecks als Zahlungsmittel sehr erfolgreich ersetzt, obwohl sie ohne ein multilaterales Interbankenentgelt [MIF] funktionieren. Die Kartennutzung pro Kopf ist in Europa in Ländern wie Norwegen, Finnland, Dänemark oder den Niederlanden am höchsten, in denen Mastercard kaum vertreten ist und in denen die inländischen Systeme ohne ein MIF oder einen MIF-ähnlichen Kostenbeitragsmechanismus […] funktionieren. Diese Länder waren auch die ersten, die die Verwendung von Schecks […] abgeschafft haben.«

Mit dieser Information wendete sich die EU-Kommission am 19. Dezember 2007 an die Presse

Das Berlaymont-Gebäude, Sitz der EU-Kommission in Brüssel (Bildlizenz: Pixabay).

Es folgte ein mehrjähriger Rechtsstreit mit Mastercard, aus dem die EU-Kommission 2014 als Siegerin hervorging. Im selben Jahr verpflichtete sie Visa zur Einhaltung von Zusagen in Bezug auf den Umgang mit den Interbankenentgelten. In einer Erklärung diesbezüglich vom 26. Februar 2014 schrieb die Kommission Folgendes:
{

»Die Erfahrung (zum Beispiel in Australien und Spanien) zeigt, dass die Senkung überhöhter Interbankenentgelte […] die Akzeptanz von Karten durch Händler fördert und zu einem Anstieg der Kartentransaktionen und höheren Einnahmen für die Banken führen kann. Sie führt auch zu weniger Bargeldtransaktionen, die für die Banken mit erheblichen Kosten verbunden sind. Und eine stärkere Kartennutzung hat für die Banken viele weitere Vorteile, auch ohne die Einnahmen durch multilaterale Interbankenentgelte.«

Die EU-Kommission in einer Presseerklärung vom 26. Februar 2014

Das Berlaymont-Gebäude, Sitz der EU-Kommission in Brüssel (Bildlizenz: Pixabay).

Ziel der Regulationen der Kommission ist also die verstärkte Nutzung der Karte, nicht allein, um den Kreditinstituten Kosten im Umgang mit dem Bargeld zu ersparen, sondern um der Förderung vieler weiterer Geschäftsinteressen der Banken dienlich zu sein.

Mit der Interbankenentgeltverordnung vom 29. April 2015 drosselte die Europäische Union die vom Händler zu tragende Gebühr auf ein Maximum von 0,2 Prozent des Einkaufsbetrags bei EC-Karten-Zahlungen und 0,3 Prozent bei Kreditkarten. In der Begründung des Rechtsakts heißt es, dass Verbraucher die Möglichkeit haben sollten, »Zahlungskarten so oft wie möglich zu verwenden«. Weiter bringt die EU-Kommission zum Ausdruck, dass ihr an Karten und anderen elektronischen Zahlungsmitteln mehr liegt als am Bargeld. Sie ließen sich vielseitiger – wie z.B. online – nutzen. Kartengebundene Zahlungsvorgänge anstelle von Bargeldzahlungen könnten daher Vorteile für Händler und Verbraucher bringen, heißt es in der Verordnung.

Aufgrund der deutlichen Gebührensenkung haben viele Unternehmer die Regeln geändert: Nur noch selten informiert jetzt ein Schild an der Ladenkasse darüber, dass die Kartenzahlung erst ab einem Einkaufswert von fünfzehn oder zwanzig Euro akzeptiert wird.

Bargeld wird künstlich verteuert

Dank der Münzgeldprüfverordnung aus dem Jahr 2010 muss eine Bank seit dem 1. Januar 2015 jede bei ihr eingezahlte Münze auf ihre Echtheit hin untersuchen. So ein Münzprüfgerät kann eine unglaubliche Summe Geld kosten. Nicht jede Filiale kann damit ausgestattet werden. Also müssen Geldtransporte durchgeführt werden. Im Ergebnis sind satte Gebühren für die Einzahlung von Geldstücken eingeführt worden.

Seit Ablauf der Übergangszeit Ende des Jahres 2014 müssen alle Münzen, also auch die kleinen 1- bis 20-Cent-Stücke, geprüft werden. Das ist Kleingeld, dessen Fälschung sich nicht lohnt. Und dennoch besteht die Vorschrift. Ein Onlinemagazin schildert den Fall eines Mannes, der 210,05 Euro in einem Sparschwein oder einer Spardose sammelte. Als er diese Summe einzahlen ging, sind ihm nur 182,57 Euro gutgeschrieben worden. Die Differenz entsprach der neuen Gebühr, eingeführt wegen den Kosten für die Überprüfung der Münzen. Auch Einzelhändler bekommen das zu spüren; ich hoffe, das ihnen durch diesen Wahnsinn nicht das Interesse daran vergeht, Bargeld als Zahlungsmittel zu akzeptieren.

Von einem, der zahlen muss, um sein Geld zurückzuerhalten

»Einlagen sind gesetzliche Schulden, die eine Bank ihren Kunden schuldet – da sollte ein Kreditgeber nicht noch einen Aufschlag für das Eintreiben von Schulden zahlen müssen.« Tuomas Välimäki, Zentralbank von Finnland

In Deutschland war es einmal so, dass die Banken monatlich eine begrenzte Zahl Ein- und Auszahlungen auf ein Girokonto nicht mit Gebühr belasten durften. Wie soll es auch anders sein? Schließlich sind wir doch auf Augenhöhe mit den Banken – oder vielleicht nicht? Wir geben der Bank einen Kredit, unser eingelegtes Bargeld – das ist die Einzahlung –, oder wir holen uns das Geld zurück – lassen es uns auszahlen. Das war auch das Leitbild des Gesetzgebers in Deutschland.

Aber die EU hat diesen Vorgang im Jahr 2009 als einen gnädigen Dienst der Bank definiert. So kann eine Bank seit Umsetzung der Zahlungsdiensterichtlinie Gebühren für jede Ein- und Auszahlung verlangen, entschied der Bundesgerichtshof (Urteil vom 18. Juni 2019, XI ZR 768/17, beachten Sie die Absätze 30–31 im Urteilstext).

Günther Oettinger und das Ende des Bargelds

Anfang 2016 war das Thema Bargeld auf einmal in den Medien: die Einführung eines europaweiten Bargeldverbots ab einem Rechnungsbetrag von 5000 Euro sowie die Abschaffung des 500-Euro-Scheins wurde diskutiert. Yves Mersch, Direktor der Europäischen Zentralbank, warnte plötzlich vor einflussreichen Bargeld-Gegnern in Politik und Finanzindustrie. Und Deutschlands EU-Kommissar Günther Oettinger hielt eine Rede bei einer Veranstaltung des Beratungsunternehmens Deloitte in Stuttgart. Dort sagte er:

{

»Bargeld stirbt aus: Wir werden mit der Apple-Watch bezahlen, mit dem Smartphone bezahlen.«

Günther Oettinger, Ministerpräsident von Baden-Württemberg (2005–2010), EU-Kommissar (2010–2019), auf einer Veranstaltung von Deloitte 2016 (dpa-Meldung)

Hier spricht Günther Oettinger auf dem Weltwirtschaftsforum am 25. Januar 2013 (Bildlizenz: »Powering Future Growth: Guenther H. Oettinger« von World Economic Forum und swiss-image.ch/Photo Moritz Hager / CC BY-NC-SA 2.0 / for non-commercial, non-promotional use, which includes fair use and fair dealing / Foto beschnitten).

Weiter zitierte ihn die Deutsche Presse-Agentur in der indirekten Rede:

{

»Deutsche seien in Sachen Bezahlungsart zwar ›etwas konservativer‹ als Finnen oder Dänen. Bundesbürger hätten in der Vergangenheit noch lange am Scheck festgehalten, als anderswo die EC-Karte längst Usus gewesen sei. Das Ende der Barzahlungen und die Verlagerung der Transaktionen komplett ins Digitale würden aber kommen, sagte Oettinger.«

Günther Oettinger

Hier spricht Günther Oettinger auf dem Weltwirtschaftsforum am 25. Januar 2013 (Bildlizenz: »Powering Future Growth: Guenther H. Oettinger« von World Economic Forum und swiss-image.ch/Photo Moritz Hager / CC BY-NC-SA 2.0 / for non-commercial, non-promotional use, which includes fair use and fair dealing / Foto beschnitten).

Bargeld ist das einzige freie Zahlungsmittel von allgemeiner Akzeptanz. Es hat keinerlei Lobby und keinerlei Werbebudget. Seine Gegner finden sich in der Innen- und Außenpolitik, in der Währungs- und Finanzpolitik sowie in der Bankenbranche. Die EU-Kommission hat Bargeld künstlich verteuert und dafür gesorgt, dass es die Finanzindustrie leichter hat, Banknoten und Münzen den Rang abzulaufen. Die Belange des Bürgers spielen die untergeordnete Rolle und die Ablösung des Bargeldes durch elektronische Zahlungsmittel wird durch bankenfreundliche Regulationen und Wegschauen gezielt forciert. Und so kommt es, dass der Digitalkommissar im Jahr 2016 lapidar vermelden kann:
{

»Mein Rat ist: Schafft den 500-Euro-Schein nicht ab, haltet am Bargeld fest – der Markt macht es.«

Günther Oettinger

Hier spricht Günther Oettinger auf dem Weltwirtschaftsforum am 25. Januar 2013 (Bildlizenz: »Powering Future Growth: Guenther H. Oettinger« von World Economic Forum und swiss-image.ch/Photo Moritz Hager / CC BY-NC-SA 2.0 / for non-commercial, non-promotional use, which includes fair use and fair dealing / Foto beschnitten).

Nach Ende seiner Amtszeit nahm Günther Oettinger verschiedenste Tätigkeiten an, unter anderem als Beirat bei Deloitte – einem Unternehmen, das auch Aufträge der EU-Kommission angenommen hat – und als Beiratsvorsitzender bei der Privatbank »Donner & Reuschel«.

Der Zusammenbruch des Barzahlungsverkehrs

Kommissar Charlie McCreevy bewarb einst die Kartenzahlung, weil sich das Bargeld nicht gut in der Bilanz der Banken macht. Sollte sich der Trend hin zu digitalen Zahlungen fortsetzen, dürften sich aber auch mehr und mehr Unternehmen fragen, ob es nicht ihrer Wettbewerbsfähigkeit zugutekommt, Bargeld an der Ladenkasse abzulehnen.

Denn der buchhalterische Aufwand und die Fahrten zur Bank zwecks Einzahlung des eingenommenen Geldes bleiben erhalten, unabhängig davon, wie viele Kunden bar bezahlen. Auf der Seite der Geldtransportunternehmen könnte es ähnlich aussehen: Geld muss weiterhin regelmäßig von A nach B gefahren werden, aber in geringerer Menge. Und so steigen die Kosten für den Transport des vereinnahmten Bargelds.

Auch die Einzahlungsgebühren bei den Banken dürften erheblich steigen, je weniger die Bargeldinfrastruktur genutzt wird. Sollte das mehr und mehr Ladenbetreiber und Großunternehmen dazu führen, Bargeld abzulehnen, wäre die EU-Kommission an dieser Entwicklung nicht unschuldig. Dabei gefährdet die schleichende Abkehr vom Bargeld einige unserer Grundfreiheiten:

  • Pressefreiheit: Investigative Journalisten sind bei der Zusammenarbeit mit Whistleblowern unter Umständen auf Bargeld angewiesen. Sei es, um den Ort des Treffens mit ihrem Informanten geheim zu halten, oder technische Hilfsmittel zur Auswertung der geleakten Dokumente zu erwerben, ohne Aufmerksamkeit auf ihre Person zu lenken.
  • Recht auf Privatsphäre: Die Verknüpfung der eigenen Identität mit dem Einkauf in einem Geschäft ermöglicht die Erstellung einer Verhaltensanalyse. Darüber hinaus verrät jede Buchung den eigenen Aufenthaltsort.
  • Vertragsfreiheit: Der Verlust der Möglichkeit, Bargeld zu verwenden, zwingt dazu, einen Vertrag mit einem Kreditinstitut einzugehen. Um seine Existenz sichern zu können und am öffentlichen Leben teilzunehmen, muss der Bürger die Bedingungen der Banken akzeptieren und Gebühren bezahlen.
  • Freie Entfaltung der Persönlichkeit: Geld ist momentan das, wofür die meisten ihre Lebenszeit einbringen, um überleben zu können, und was benötigt wird, um für Nahrung, Wohnen und andere unabdingbare Güter bezahlen zu können. Wird dieses Geld dem eigenen unmittelbaren Zugriff entzogen und in die digitale Welt eingesperrt, ist der Bürger vollkommen ausgeliefert, sobald Regierung oder Konzerne Willkür walten lassen.

Engagieren Sie sich mit für den Erhalt des Bargelds

Der Journalist und Handelsblatt-Redakteur Dr. Nobert Häring kämpft seit sieben Jahren gerichtlich dafür, dass der Staat in hoheitlichen Belangen sein eigenes gesetzliches Zahlungsmittel akzeptieren muss. Wenn es schleichend zur Norm würde, dass Abgaben oder auch Dienstleistungen auf Bürgerämtern nicht mehr bar beglichen werden können, wäre das fatal für das Vertrauen in Bargeld. Herr Häring ist bis zum Europäischen Gerichtshof gegangen. Dort erteilten die Richter den Mitgliedsstaaten der EU praktisch einen Freibrief für die Ablehnung des Bargelds. Im Interview mit dem Autor des vorliegenden Artikels resümierte er:

»Die besonders bargeldfeindliche Position der [Anwälte der] EU-Kommission fand sich sehr weitgehend im Plädoyer des EU-Generalanwalts und immer noch ziemlich weitgehend im darauf aufsetzenden Urteil der 15 EuGH-Richter des Großen Senats wieder.«

Inzwischen geht Dr. Norbert Häring den Weg zum Bundesverfassungsgericht. Auf seiner Internetseite informiert er über Neuigkeiten zum Thema Bargeld und bittet vor allem um eines: Zahlen Sie im Alltag, wo Sie können, nicht mit Karte, sondern mit Banknoten und Münzen.

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https://bargeldverbot.info/2022/09/26/bruessel-war-on-cash/feed/ 1
Schon in 18 Ländern gibt es Bargeldverbote https://bargeldverbot.info/2022/09/02/18-laender-bargeldverbote/ Fri, 02 Sep 2022 14:01:36 +0000 https://bargeldverbot.info/?p=10117 Kategorie: Leicht verständlich

Der Titel hört sich vielleicht reißerisch an. Aber wenn man genau hinschaut, ist es leider tatsächlich so. Alleine in Europa gibt es bereits in 18 Ländern ein Bargeldverbot. Das Traurige dabei ist, dass es kaum ein Bürger realisiert. Denn statt von einem Verbot für die Verwendung von Bargeld spricht man lieber von einer Bargeldobergrenze.

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Schon in 18 Ländern gibt es Bargeldverbote

Der Titel hört sich vielleicht reißerisch an. Aber wenn man genau hinschaut, ist es leider tatsächlich so. Alleine in Europa gibt es bereits in 18 Ländern ein Bargeldverbot. Das Traurige dabei ist, dass es kaum ein Bürger realisiert. Denn statt von einem Verbot für die Verwendung von Bargeld spricht man lieber von einer Bargeldobergrenze. Von Hansjörg Stützle.

Was ist eine Bargeldobergrenze?

Wenn Länder wie z.B. Frankreich, Spanien und Italien eine Bargeldobergrenze von 1.000 Euro einführen, dann ist es dort allen Bürgern gesetzlich untersagt, Waren, Dienstleistungen und Güter über diesem Betrag mit Bargeld zu bezahlen. Es entspricht somit einem BARGELDVERBOT ab dieser Grenze.

Das Land mit der geringsten Bargeldobergrenze in Europa ist aktuell Griechenland mit 500 Euro. Es ist also in Griechenland gesetzlich verboten, z.B. die Rechnung des Urlaubshotels ab 501 Euro bar zu entrichten. Das Finanzamt, die CIA, dein Bankberater und wer immer Dateneinsicht auf dein Konto hat, kann damit exakt nachverfolgen, zu welcher Zeit und an welchem Ort du wo auch immer in der Welt warst und wofür du dort dein Geld ausgegeben hast.

Die Bargeldobergrenze soll auf unter 500 Euro sinken

Und das ist nur die Spitze des Eisberges. Denn Griechenland hat bereits die EZB (Europäische Zentralbank) über das Ansinnen unterrichtet, die Bargeldobergrenze auf 300 Euro zu reduzieren. Dieses Anliegen wurde von der EZB zurückgewiesen. Es war juristisch nicht zu rechtfertigen – unter anderem deshalb, weil der 500-Euro-Schein immer noch gesetzliches Zahlungsmittel ist. Und solange dies der Fall ist, ist eine Senkung der Bargeldobergrenze unterhalb von 500 Euro kaum zu rechtfertigen.

Was wird aus dem 500-Euro-Schein?

Die Vorbereitungen laufen, den 500-Euro-Schein komplett aus dem Verkehr zu ziehen und ihm den Status des gesetzlichen Zahlungsmittels zu entziehen. So gibt die EZB seit Ende 2018 keine 500-Euro-Scheine mehr heraus. Es werden also keine 500-Euro-Scheine mehr gedruckt. Die im Umlauf befindlichen Scheine darf man aktuell noch als Zahlungsmittel nutzen, weil sie noch den Status des gesetzlichen Zahlungsmittels haben. Aber die 500-Euro-Scheine, die bei einer Bank einbezahlt werden, werden nicht mehr herausgegeben oder ersetzt, sondern vernichtet und für alle Zeiten aus dem Verkehr gezogen.

Es ist der vorbereitende Schritt, dem 500-Euro-Schein den Status des gesetzlichen Zahlungsmittels zu entziehen. Und wenn das geschehen sollte, ist der Weg frei, die Bargeldobergrenzen auf 200 Euro zu senken.

Hakon von Holst, der mich bei der Aufklärungsplattform www.Bargeldverbot.info sehr unterstützt, hat eine ausgezeichnete Recherche zu den Entwicklungen der Bargeldobergrenzen durchgeführt. Die Ausarbeitung kannst du hier lesen:

Wenn man diesen Artikel liest, merkt man leicht, welch gewaltiger Druck hinter der Bargeldabschaffung steht. Denn um eine Bargeldobergrenze einzuführen, müssen Gesetze geschaffen und durchgesetzt werden. Es müssen also Politiker und Beamte hier in Aktion treten.

Nachfolgend eine Grafik, wie die Entwicklungen zu den Bargeldobergrenzen über die letzten Jahre waren. Man sieht leicht, wie viel Bewegung darin ist. Und wenn mal eine Bargeldobergrenze in einem Land eingeführt wurde, dann wurde diese Grenze in den darauffolgenden Jahren meist abgesenkt.

Eine Bargeldobergrenze von 1.000 Euro oder sogar 500 Euro ist schon eine beträchtliche Einschränkung des Bargeldes. Präzise ausgedrückt, ist solch eine Grenze im Endeffekt ein Bargeldverbot. Denn ab diesem Betrag ist es gesetzlich verboten, Waren, Güter und Dienstleistungen bar zu bezahlen. Wir werden gezwungen diese digital, per Überweisung, per EC- oder Kreditkarte oder Handy zu bezahlen.

Die Bargeldabschaffung schreitet schleichend, aber stetig voran. Bitte lies den Beitrag »18 EU-Länder schränken die Verwendung von Bargeld ein« und helfe mit, die Menschen hierzu aufzuklären. Gib diesen Artikel an Menschen in deinem Umfeld weiter. Vielen Dank für deine Mithilfe!

Flyer verteilen

Wenn Sie Ihre Mitmenschen gerne mit einem Flugblatt zum Thema Bargeld aufrütteln möchten, können Sie einen Stoß Flyer bestellen oder selbst drucken lassen.

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Warum so viele Dinge in unserer Gesellschaft darben und kranken https://bargeldverbot.info/2022/08/19/darben-und-kranken/ Fri, 19 Aug 2022 07:29:22 +0000 https://bargeldverbot.info/?p=9688 Kategorie: Leicht verständlich

Wo man das Auge auch hinrichtet: Probleme und Missstände liegen an der Tagesordnung. Aber was hat zu diesen Leiden geführt, die jetzt einer Heilung bedürfen? In diesem Artikel möchte ich das Fundament dazu beleuchten und es am Ende auf den Erhalt des Bargeldes projizieren.

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Warum so viele Dinge in unserer Gesellschaft darben und kranken

Wo man das Auge auch hinrichtet: Probleme und Missstände liegen an der Tagesordnung. Aber was hat zu diesen Leiden geführt, die jetzt einer Heilung bedürfen? In diesem Artikel möchte ich das Fundament dazu beleuchten und es am Ende auf den Erhalt des Bargeldes projizieren. Von Hansjörg Stützle.

Warum wollen wir Heilung? Der Grund hierfür sind meistens Schmerzen. Wir haben einen körperlichen oder seelischen Schmerz. Aber ein kurzfristiger Schmerz reicht meist noch nicht aus, den Weg zur Heilung zu beschreiten. Erst wenn der Leidensdruck so groß geworden ist, dass wir ihn nicht mehr ertragen können, erst dann kommen wir ins Handeln.

Dieser Mechanismus ist in unserer Gesellschaft stark verbreitet und letztendlich auch der Grund für eine Vielzahl von Krankheiten und gesellschaftlichen Missständen. Ich nenne dies Schmerzdenken bzw. Schmerzbewusstsein oder besser ausgedrückt Schmerzhandeln. Wir beginnen erst dann aktiv zu werden, wenn wir die Auswirkungen bereits erfahren und Schmerzen verspüren. Oder manchmal sogar erst dann, wenn eine Katastrophe passiert ist. Solange aber kein oder nur ein leichter Schmerz sich meldet, ignorieren wir diesen oder lassen ihn bewusst oder unbewusst gewähren.

So essen wir gerne Süßigkeiten und Junkfood und merken nicht, dass es unserem Körper nicht guttut. Erst wenn wir übergewichtig sind, unser Arzt Diabetes diagnostiziert, wir uns in unserer Haut nicht mehr wohl fühlen und sich immer häufiger Schmerzen melden, beginnt der Wunsch nach Heilung zu wachsen.

So oder so ähnlich entwickeln sich fast alle Krankheiten und Missstände in unserer Gesellschaft. Der Kern allen Übels ist somit unser Bewusstsein. Denn wir sind uns nicht bewusst, welche Auswirkungen unser Handeln haben wird. Oder noch schlimmer, wir ignorieren es sogar bewusst. Wir lassen damit die Krankheit gewähren und wachsen. Wären wir uns aber über die Folgen unseres Handelns oder Unterlassens bewusst, würden wir frühzeitig gegensteuern. Oft könnten wir mit einem winzigen Aufwand eine große und schwerwiegende Krankheit im Keim auflösen.

So ist es leicht, mit etwas Ernährungsumstellung und Zahnpflege seine Zähne gesund zu erhalten. Oder wir vernachlässigen unsere Zähne und benötigen später eine sehr teure und schmerzhafte Zahnsanierung. Es ist also die Frage, welches Bewusstsein wir haben. Sind wir noch im Schmerzbewusstsein verankert und handeln erst, wenn die Schmerzen offensichtlich sind? Oder gehen wir schon den neuen Weg des präventiven Bewusstseins. Also dass wir vorausschauend und mit Weitsicht handeln und das Leben bewusst gestalten.

Was hat das alles nun mit der Bargeldabschaffung zu tun? Einfach ALLES!

Die Bargeldabschaffung ist keine Kleinigkeit. Sie ist der Kern für zukünftige unzählige Missstände und Krankheiten, die entstehen und gedeihen werden. Es wird eine globale Finanzdiktatur entstehen, die über Generationen Bestand haben wird. Wir werden Negativzinsen erhalten und unser Geld vor Enteignungen nicht mehr schützen können. Alle Zahlungen auf diesem Planeten werden mit Gebühren belegt sein, jeder Zahlungsvorgang ist nachverfolgbar. Whistleblower kommen nicht mehr an die Öffentlichkeit, weil sie bei der nächsten Zahlung lokalisiert und festgesetzt werden. Jedes Konto kann per Knopfdruck gesperrt werden und den Inhaber handlungsunfähig machen. Der Bürger verliert sein bestes Geldplanungsinstrument – das Bargeld. Unsere Kinder können den Umgang mit Geld sehr viel schlechter erlernen. Und , und, und. Die Bargeldabschaffung ist das Kernstück und Fundament eines Sozialkreditsystems, wie es aktuell in China entsteht. Ein totales Kontrollsystem, dem keiner mehr entrinnen kann. Es ist wie ein Krebsgeschwür, das jegliche Freiheit auf diesem Planeten ersticken oder verdrängen wird.

Mit dem Erhalt des Bargeldes kann dieses gefährliche Krebsgeschwür und dessen zahlreichen Auswüchse im Keime erstickt werden und es gar nicht erst entstehen lassen. Eine Heilung wie wir sie im Allgemeinen kennen, ist dann erst gar nicht nötig, weil keine Krankheit entstehen kann. Zudem bewahren wir einen wichtigen Teil unserer Freiheit, in dem Leben sich entwickeln und entfalten kann.

Die Basis dafür ist, dass wir vom Schmerzhandeln ins Präventiv-Handeln kommen. Im Falle unseres Bargeldes bedeutet dies, sich jetzt für dessen Erhalt uneingeschränkt einzusetzen. Um dort hinzukommen, braucht es Achtsamkeit, Weitsicht, Verantwortung und vor allem Wissen.

Wenn Sie das gesamte Spektrum der Bargeldabschaffung und die Folgen daraus durchdringen wollen, besuchen Sie die Internet-Seite »Bargeldverbot konkret«. Dort erfahren Sie interaktiv auch, welch gewaltigen Nutzen uns das Bargeld tagtäglich gibt. Ich glaube, dass jeder, der dies fachlich und emotional durchdrungen hat, das Bargeld erhalten will.

Heilung ist meist nur dort notwendig, wo wir Krankheiten entstehen und zugelassen haben. Helfen Sie mit, das Bargeld zu erhalten und wir verhindern damit eine Masse an gefährlichen Auswüchsen und Krankheiten. Es ist viel einfacher als man glaubt: Lassen Sie bei jedem Einkauf die Karte und das Handy stecken und bezahlen Sie mit Bargeld. Und klären Sie die Menschen in Ihrem Umfeld über die Folgen einer Bargeldabschaffung auf! Die Seite www.bargeldverbot.info gibt Ihnen hierfür viele Werkzeuge in die Hand.

 

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Gut fürs Geschäft: Kartenzahlern sitzt der Geldbeutel locker https://bargeldverbot.info/2022/07/20/geldbeutel-locker/ Wed, 20 Jul 2022 08:17:19 +0000 https://bargeldverbot.info/?p=9566 Kategorie: Fachartikel | Leicht verständlich

Kartenzahler laufen leichter Gefahr, sich zu verschulden, wie mehrere Studien ans Licht bringen. Der Kreditkartenkonzern Visa fokussiert allerdings auf die andere Seite der Medaille: Er verspricht Unternehmen steigende Umsätze, sobald ein Bezahlterminal an der Kasse steht und das Bargeld verbannt ist. Während sich der Kampf gegen das einzige nicht elektronische Zahlungsmittel auf den Einzelhandel ausdehnt, konzentrieren sich die Währungshüter auf die Einführung des digitalen Euros.

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Gut fürs Geschäft: Kartenzahlern sitzt der Geldbeutel locker

Kartenzahler laufen leichter Gefahr, sich zu verschulden, wie mehrere Studien ans Licht bringen. Der Kreditkartenkonzern Visa fokussiert allerdings auf die andere Seite der Medaille: Er verspricht Unternehmen steigende Umsätze, sobald ein Bezahlterminal an der Kasse steht und das Bargeld verbannt ist. Während sich der Kampf gegen das einzige nicht elektronische Zahlungsmittel auf den Einzelhandel ausdehnt, konzentrieren sich die Währungshüter auf die Einführung des digitalen Euros.

Bereit, den doppelten Preis zu bezahlen

Im Jahr 2001 veröffentlichten Drazen Prelec und Duncan Simester ihre Studie über die Zahlungsbereitschaft in Abhängigkeit vom Zahlungsmittel. Sie wagten folgendes Experiment: Zwei Gruppen von Basketballfans wurden Tickets für ein Spiel angeboten. Die einen konnten nur mit Kreditkarte bezahlen, die anderen nur mit Bargeld. Das Ergebnis war verblüffend: Die Kartenzahler griffen doppelt so tief in die Tasche und kauften teurere Tickets. Die Mehrausgaben betrugen im Vergleich durchschnittlich rund 100%.

Visa wittert ein Geschäft

Der Super Bowl ist eines der größten Sportereignisse der Welt. In Amerika verfolgen jedes Mal 100 Millionen Zuschauer das Finale der American-Football-Liga NFL. Vor kurzem feierte Visa seinen Triumph. Siegreich war der Konzern nicht auf dem Spielfeld, sondern im Kampf gegen das Bargeld. Denn die Fans müssen jetzt auf der wichtigsten Veranstaltung der Saison elektronisch bezahlen. Bald sollen auch sämtliche Ligaspiele nur mehr Kartenzahlern offen stehen. Im Herbst 2021 akzeptierte noch eines der dreißig Stadien die Barzahlung.

»Digitale Zahlungen erleichtern den Fans den Kaufvorgang, und wenn das Kaufen einfacher ist, geben die Fans mehr aus. Fans in einem Stadion oder einer Arena geben 25% mehr aus, wenn sie nicht mit Bargeld bezahlen müssen.« Visa

Schweizer Bäcker und Konditoren freuen sich über Mehreinnahmen dank Kartenzahlern

In einem Bericht des Schweizerischen Bäcker-Confiseurmeister-Verbands (SBC) heißt es:

»Mit bargeldlosen Zahlungsmitteln werden vermehrt spontane Zusatzeinkäufe oder Einkäufe für höhere Beträge getätigt, was zu einer Umsatzsteigerung führt. ›Kundinnen und Kunden sind eher bereit, mehr Geld auszugeben‹, so Annelie Reber (Bäckerei Burkhard, Lyss BE). Dies bestätigt auch Gérald Saudan (Boulangerie Saudan, Freiburg): ›Die Ausgaben pro Kunde sind höher und es werden mehr spontane Einkäufe getätigt.‹«

Auch der Finanzbranche ist das nicht entgangen. Sie lockt mit dem Argument neue Geschäftskunden an:

»Für ein Gericht oder einen Imbiss zum Mitnehmen gibt ein US-Verbraucher mit Karte typischerweise 25% mehr aus in einer Pizzeria, 33% mehr in einem Feinkostladen oder Schnellrestaurant und 40% mehr in einem familienfreundlichen Restaurant.« Visa

2017 versprach das Kreditkartenunternehmen bis zu 50 Restaurants und Lebensmittelgeschäften je 10.000 US-Dollar. Das Geld durfte zur Aufrüstung der Zahlungstechnologie und für eine Marketingkampagne verwendet werden. Im Gegenzug musste jedoch das Bargeld aus den Ladenräumlichkeiten verbannt werden.

Bargeld ist der größte Konkurrent

Die Finanzindustrie will sich die Oberhoheit über jeden Austausch in der Gesellschaft verschaffen. Gewaltige Gebühreneinnahmen winken ihr, wenn sie an jedem Bezahlvorgang mitverdienen kann. Umso mehr, wenn der Konsum ansteigt, weil dem kartenzahlenden Bürger die Kontrolle über seine Ausgaben schwererfällt. Ein Bombengeschäft. Visas Chef Alfred Kelly teilte mit:

»Wir konzentrieren uns darauf, Bargeld aus dem Geschäft zu drängen. Der wichtigste Wachstumshebel ist die Ersetzung von Schecks und Bargeld durch digitale und elektronische Zahlungen.« The Sun

Dan Schulman, Präsident von Paypal, meinte in einem Interview:

»Der größte Konkurrent, den wir haben, ist die Verwendung von Bargeld.« (Minute 5:10)

Um alle Menschen in ihr Räderwerk einzuspannen, subventioniert die Finanzindustrie das bargeldlose Bezahlen. Sie setzt auf Rückvergütungsaktionen, Lotterielose und immer wieder auf Verleumdungskampagnen mit dem Ziel, Banknoten eine Gesundheitsgefahr anzudichten. Die Finanzwirtschaft hofft, dass der Einzelhandel nach und nach das Bargeld abschafft. Der Bürger soll sich an die schöne neue Welt gewöhnen, aber nicht rückfällig werden und wieder zu Scheinen und Münzen zurückfinden. Die totale Digitalisierung des Bezahlens bringt die Kontrolle über das Rad der Wirtschaft mit sich. Stagnation, Rezession und Inflation können leichter bekämpft werden. Die Zentralbank spielt mit dem Negativzins und der Bürger wird zum gelenkten Konsumenten.

Kein Widerstand von der Europäischen Zentralbank

Die Europäische Zentralbank leistet den Banken im Krieg gegen das Bargeld keinen nennenswerten Widerstand. Das zeigt sich daran, wozu sie zu tun imstande wäre, es aber dennoch unterlässt. Als Anfang 2020 etwa das Gerücht umging, Geldscheine würden eine Infektionsgefahr in sich bergen, hielt die Bundesbank eine Pressekonferenz mit Prof. René Gottschalk ab, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, Infektiologe und WHO-Experte. Er wies darauf hin, dass der Infektionsweg bei Banknoten nicht gegeben sei. Die Europäische Zentralbank ihrerseits veröffentlichte keine Medienmitteilung. Sie protestierte nicht, als damals – nach Ergebnis einer EHI-Blitzumfrage – 83,9% der deutschen Geschäfte zum bargeldlosen Bezahlen animierten. Die EZB ließ erst im Sommer 2021 von sich hören, als eine Studie publiziert wurde, die sie in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum durchgeführt hatte. Das Ergebnis unterstrich noch einmal das Statement der Deutschen Bundesbank, dass von einer Gefahr nicht die Rede sein kann.

Aber hat denn die EZB wenigstens nach Vorliegen dieser Erkenntnisse ihre Möglichkeit genutzt, das von ihr ausgegebene Bargeld gegen Falschinformationen zu verteidigen? Nein, sie hat nicht einmal eine Presseerklärung zu der Untersuchung veröffentlicht!

Ihre Aufmerksamkeit legt die Europäische Zentralbank stattdessen auf die Entwicklung eines digitalen Euros. Weltweit schießen digitale staatliche Währungen wie Pilze aus dem Boden. Die EZB zählt dabei auf die Expertise einer sogenannten Marktgruppe. 26 von 30 Beratern kommen aus der Finanzbranche. Ähnlich handhabt es auch die britische Notenbank. Dass die Europäische Zentralbank das Bargeld wie ein Auslaufmodell behandelt, merkt man spätestens, wenn man die Fragen gelesen hat, die Anwärter auf die Teilnahme an der Marktgruppe zu beantworten hatten:

»Wie kann das Eurosystem einen angemessenen Kompromiss zwischen […] einem eindeutigen Nutzenversprechen, das den Verbraucher dazu ermutigt, mit dem digitalen Euro zu bezahlen, und der Vermeidung einer Verdrängung privater Initiativen finden und gleichzeitig sicherstellen, dass die Zahlung mit dem digitalen Euro für den Verbraucher immer eine Option ist?«

Vom Bargeld ist da gar nicht mehr die Rede. Der Staat unternimmt nichts gegen den schleichenden Kontrollverlust des Bürgers über sein eigenes Geld. Und Geld, was ist das eigentlich? Es ist im Grunde die Lebenszeit, die ein Mensch bereit ist einzubringen, um Geld zu verdienen. Diese Lebenszeit entschwindet mit der Bargeldabschaffung in eine digitale Dimension, auf die Konten einer Privatbank oder einer Zentralbank. An einen Ort außerhalb der eigenen Kontrolle. An einen Ort, wo sie beschnitten werden kann und zu jeder Zeit unter dem Vorbehalt steht, dass man ein artiger Bürger ist. Whistleblowern wie Edward Snowden, kritischen Journalisten wie Julian Assange oder Demonstranten gegen einen indirekten Einschnitt in das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit wird der Geldhahn einfach zugedreht.

Gut fürs Geschäft, schlecht fürs Leben

Während ein Barzahler mit Blick ins Portemonnaie an den nächsten Trip zum Geldautomat denkt, braucht ein Kartenzahler nur den Arm auszustrecken, um mit dem Smartphone eine Abbuchung zu legitimieren. Da er ohnehin 100 Mal am Tag zum Handy greift, wird ihm das Gedächtnis später die leidige Erinnerung an den Zahlungsvorgang ersparen. Bargeld dagegen ist den Sinnen zugänglich. Es hat einen charakteristischen Geruch, einmalige Oberflächeneigenschaften und macht ein typisches Geräusch. Banknoten und Münzen geben jederzeit transparent Auskunft über ihren Wert. Wer mit ihnen bezahlt, überreicht sie einem anderen Menschen und erhält im Gegenzug die gewünschten Waren. Auf diese Weise macht Bargeld einen Austausch zwischen Käufer und Verkäufer sichtbar und spürbar. All das entfällt bei den modernen digitalen Zahlungsinstrumenten.

Die Auswirkungen sind katastrophal. Zum Schaden der Natur und Umwelt gibt es mehr spontane Käufe. Es steigt der Konsum nicht benötigter Güter. Das Rad der Wirtschaft dreht sich schneller. Für was? Wer die Kontrolle über seine Finanzen verliert, gerät in eine Haushaltsnotlage. Innerhalb von Familien gibt es mehr Streit. Die Kinder leiden. Wenn Menschen keinen Ausweg aus der Verschuldung sehen, nehmen sie sich manchmal das Leben.

Und dann wachsen da Mädchen und Jungen heran in einer bargeldlosen Welt. Werden sie lernen, verantwortungsvoll mit Geld umzugehen? Der Schuldenberater Clemens Mitterlehner gab im Ausschuss für Konsumentenschutz des Österreichischen Nationalrats zu bedenken:

»[…] Taschengeld ist fühlbar, begreifbar und sichtbar. Ich bezweifle, dass es gelingt, einem Siebenjährigen mit Plastikgeld näherzubringen, was der Wert des Geldes ist.«

Wissenschaftliche Arbeiten über das Verhalten von Kartenzahlern

Wenn Sie mehr erfahren möchten über die Auswirkungen der Wahl des Zahlungsmittels auf den eigenen Geldbeutel und das eigene Leben, sehen Sie sich folgende Fachartikel an:

 

Aktiv werden für den Erhalt des Bargelds

Helfen Sie mit, damit nicht nur wir, sondern auch die Nachwelt die Kontrolle über das eigenen Geld behält. Sie können insbesondere dazu beitragen, wenn Sie:

 

  • jeden Einkauf bar bezahlen;
  • Informationen zu der Gefahr der Bargeldabschaffung und ihren Folgen sowie zum Wert von Banknoten und Münzen für die Gesellschaft verbreiten (gute Artikel gibt es hier auf dem Blog von Bargeldverbot.info und bei Dr. Norbert Häring);
  • einen kleinen Beitrag spenden, damit wir unsere Arbeit für den Erhalt des Bargelds fortführen können;
  • Flyer verteilen.

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Chef von Mastercard über Bargeld: »Staatsfeind Nummer eins« https://bargeldverbot.info/2022/07/07/staatsfeind-nummer-eins/ https://bargeldverbot.info/2022/07/07/staatsfeind-nummer-eins/#comments Thu, 07 Jul 2022 09:56:26 +0000 https://bargeldverbot.info/?p=9378 Kategorie: Fachartikel | Leicht verständlich

Mal heißt der Konzern seinen Gegner einen Staatsfeind oder einen Feind der Armen, mal ganz simpel »Dreckbargeld«: Mastercard führt einen Vernichtungsfeldzug gegen Münzen und Banknoten, gemeinsam mit Visa und anderen. Doch der Krieg gegen das Bargeld wird nicht allein verbal geführt.

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Chef von Mastercard über Bargeld: »Staatsfeind Nummer eins«

Mal heißt der Konzern seinen Gegner einen Staatsfeind oder einen Feind der Armen, mal ganz simpel »Dreckbargeld«: Mastercard führt einen Vernichtungsfeldzug gegen Münzen und Banknoten, gemeinsam mit Visa und anderen. Doch der Krieg gegen das Bargeld wird nicht allein verbal geführt.

Mastercard-Chef Ajay Banga betrachtet das Bargeld als Staatsfeind

Von 2010 bis 2020 war er Chef von Mastercard, zuvor in Topposition bei der Citi-Bank tätig, dem dazumal größten Bankhaus der Welt: Ajay Banga. Bei einem Gespräch, veranstaltet von der Stanford Graduate School of Business, verriet er, wo für ihn der Rubel rollt:

»Es gibt […] eine einzigartige Möglichkeit, Einnahmen zu erzielen, und zwar durch das wegfallende Bargeld. Es ist für mich der Staatsfeind Nummer eins.« 24.04.2014

Visa will das Bargeld vom Markt drängen

Bargeld fällt natürlich nicht einfach so weg. Da wird schon nachgeholfen. Der Konkurrent Visa zum Beispiel versprach im Jahr 2017 fünfzig Restaurants und Lebensmittelhändlern 10.000 US-Dollar. Das Geld durfte zur Aufrüstung der Zahlungstechnologie und für eine Marketingkampagne verwendet werden. Doch unter einer Bedingung, wie das Wall Street Journal berichtete:

»Im Gegenzug müssen die Unternehmen die Annahme von Bargeld einstellen.«

Visas Chef Alfred Kelly teilte mit, worum es dem Unternehmen geht:

»Wir konzentrieren uns darauf, Bargeld aus dem Geschäft zu drängen. Der wichtigste Wachstumshebel ist die Ersetzung von Schecks und Bargeld durch digitale und elektronische Zahlungen.« The Sun

Paypals größter Konkurrent

Dan Schulman war für das Kreditkartenunternehmen American Express tätig, bevor er 2014 als neuer Chef von Paypal vorgesehen wurde. Ein Jahr später sendete Bloomberg ein Interview mit dem Topmanager:

»Der größte Konkurrent, den wir haben, ist die Verwendung von Bargeld.« (Minute 5:10)

Schulman sagte das am Rande des Forums für finanzielle Inklusion am 1. Dezember 2015. Veranstalter waren die United States Agency for International Development (USAID), also die US-Entwicklungshilfebehörde, und das Finanzministerium der Vereinigten Staaten. Viele, zum Teil sehr bekannte Gesichter traten dort auf:

 

  • Jacob Joseph Lew, 2013–2017 US-Finanzminister, 2006–2009 für die Großbank Citi tätig
  • Bill Gates
  • Jamie Dimon, Chef von JPMorgan Chase, dem größten Bankhaus der Welt
  • Königin Máxima der Niederlande
  • Dan Schulman, Chef von Paypal
  • Bob Annibale von der Citi

Die USA helfen der Finanzindustrie

»Inklusion« klingt erst einmal nach einem schönen Wort. Es scheint um die Integration der Ausgeschlossenen zu gehen. Doch was verstehen die US-Behörden eigentlich darunter? Viele erinnern sich noch an das Chaos in Indien. Das war in den Tagen um die US-Präsidentschaftswahlen im November 2016. Die Regierung hatte von heute auf morgen 86 Prozent des Bargelds für ungültig erklärt.

Einen Monat zuvor verkündete die USAID-Behörde eine neue Phase der Zusammenarbeit mit dem indischen Finanzministerium. Darin kam wunderbar zum Ausdruck, worum es bei der finanziellen Inklusion eigentlich geht:

»[…] Jonathan Addleton, Leiter der USAID-Mission in Indien, lobte die Bemühungen Indiens, die finanzielle Inklusion auszuweiten und eine integrative digitale Wirtschaft aufzubauen. ›Indien steht an der Spitze der weltweiten Bemühungen, die Wirtschaft zu digitalisieren und neue wirtschaftliche Möglichkeiten zu schaffen, die sich auch auf schwer erreichbare Bevölkerungsgruppen erstrecken. Catalyst wird diese Bemühungen unterstützen, indem wir uns auf die Herausforderung konzentrieren, alltägliche Einkäufe bargeldlos zu machen‹, sagte Addleton.«

In seinem Interview mit Bloomberg brachte es der Paypal-Chef mit weniger Worten auf den Punkt:

»Ich denke also, wenn man über finanzielle Eingliederung nachdenkt […], ist das ein Slogan, um die Leute ins System zu bringen.« (Minute 5:49)

Auch der US-Finanzminister sah in Bargeld einen Feind

Offenbar kämpfen die USA im Krieg gegen das Bargeld Seite an Seite mit der Finanzindustrie. Hohe Beamte bedienen sich derselben Sprache wie ein Chef von Mastercard. Königin Máxima der Niederlande sagte während ihrem Auftritt:

»Ich werde nicht vergessen, dass der Vorgänger im Finanzministerium sagte, der Feind sei das Bargeld.« (Minute 31:00)

Mit dem Vorgänger kann nur Timothy Geithner gemeint sein, Obamas Finanzminister der ersten Amtszeit. Geithner gehört auch zu den Mitgliedern der berüchtigten G30-Gruppe. Dort plaudert die Finanzbranche mit den Zentralbanken. Fernab der Öffentlichkeit natürlich.

Mastercard, der Feind der Armen?

Michael Miebach ist der Nachfolger von Ajay Banga. Einst war er – wie sein Vorgänger auch – in leitender Funktion bei der Citi tätig. Außerdem bei der britischen Großbank Barclays. 2016 schrieb er Folgendes, ich übersetze:

»Zwei Milliarden Menschen […] haben kein Bankkonto. […]. Und es geht nicht nur darum, ein Konto zu haben – es geht darum, ein Konto zu verwenden. […]. Warum ist das alles so wichtig? Es ist wichtig, weil Bargeld der Feind der Inklusion ist. Es ist wichtig, weil Bargeld der Feind der Armen ist.«

Bargeld der Feind der Armen? Müssen arme Menschen dafür zahlen, dass sie Bargeld besitzen? Nein, Bargeld gehört zum Eigentum und ist daher natürlich gebührenfrei. Fließen Steuergelder in die Herstellung von Banknoten und Münzen? Nein, denn die Zentralbank finanziert sich selbst. Beschert das Bargeld der Gesellschaft einen gewissen Arbeitsaufwand? Ja, vor allem dem Einzelhandel und den Banken entstehen Kosten für das Bargeldmanagement. Mitarbeiter müssen bezahlt werden.

Und wie ist das Ganze, wenn es nur die Mastercard gibt? Dann zahlen die Armen Gebühren an einen US-Konzern. Die Mitarbeiter im Inland werden nicht mehr benötigt. Das Geld fließt ins Ausland. Und nebenbei büßt der Verbraucher Kontrolle über seine Ausgaben ein. Karten und Handyzahlungen sind ungreifbar und intransparent. Viele Studien haben gezeigt, dass die Verschuldungsgefahr ansteigt. Den Armen geht es noch schlechter.

Die Erfindung des Dreckbargelds

2013 bemühte Mastercard ein Labor der Universität Oxford damit, die Keimzahlen auf Banknoten verschiedener Währungen festzustellen. Von Euroscheinen konnten im Schnitt 11.000 Bakterien gewonnen werden. Diese geringe Zahl zeigt, dass Bargeld ein relativ unfruchtbares und sauberes Medium ist. Trinkwasser aus der Leitung ist mit Zehntausenden Bakterien je Milliliter angereichert. Ein Gramm Joghurt kann eine Milliarde von ihnen enthalten. Mikroben sind die Grundlage des Lebens. Wir sind umgeben von ihnen. Ohne sie geht es nicht. Unser Immunsystem kann ohne ihre Anwesenheit nicht korrekt arbeiten.

Natürlich hat Mastercard weder Smartphones noch Bankkarten oder Geheimzahltasten untersuchen lassen. Das Ergebnis wäre interessanter gewesen, denn Bakterien lösen sich von glatten Oberflächen viel leichter ab. Leider gelang es dem Kreditkartenkonzern, weltweit für Sensationsmeldungen zu sorgen: Der Eindruck entstand, eine seriöse Oxfordstudie habe aufgezeigt, dass von Bargeld eine Gesundheitsgefahr ausgeht. Medien in unter anderem Großbritannien, Amerika, Spanien, Japan, der Schweiz, Ukraine und Russland berichteten.

Seinen Erfolg verwertete Mastercard in den Folgejahren. Auf einer Grafik des Unternehmens, offensichtlich bestimmt für das Teilen in den sozialen Medien, heißt es:

»Was denken Sie, wann die Nutzung des #Dreckbargelds mit einem gesellschaftlichen Tabu belegt sein wird?«

Aktiv werden für den Erhalt des Bargelds

Sie haben gesehen, dass sich die Finanzindustrie nicht unbedingt ehrenhaften Zielen verpflichtet fühlt. Es tobt der War on Cash. Man sagt, im Krieg sterbe die Wahrheit als Erstes. Doch es stimmt auch, dass eine Wahrheit in einem Augenblick alle Lügen vernichten kann. In diesem Sinne bitte ich sie, sich an der Aufklärung über den individuellen und gesellschaftlichen Nutzen des Bargelds zu beteiligen:

 

  • Verbreiten Sie gute Recherchen zum Thema Bargeldabschaffung. Brisante Artikel gibt es regelmäßig hier auf Bargeldverbot.info.
  • Verteilen Sie Flyer. Das Flugblatt »Bargeld und unsere Freiheit sind in Gefahr« können Sie kostenlos bestellen oder selbst ausdrucken.
  • Sie dürfen an der Kasse nicht mit Bargeld bezahlen? Teilen Sie Veranstaltern und Ladeninhabern freundlich, aber bestimmt mit, dass Sie sich nicht eher wieder blicken lassen werden, bis die Möglichkeit wiederhergestellt ist, bar zu zahlen. Aktueller Fall: die von Mastercard mit gesponserte Stuttgarter Jazz Open.
  • Zahlen Sie, wo immer es geht, bar.

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Nach Protesten: Bargeldabschaffung auf Stadtfest rückgängig gemacht https://bargeldverbot.info/2022/06/24/bargeldabschaffung-stadtfest/ Fri, 24 Jun 2022 08:42:49 +0000 https://bargeldverbot.info/?p=9358 Kategorie: Leicht verständlich

Bargeld wird von öffentlichen Anlässen verbannt. Weihnachtsmärkte und Sommerfestivals werben mit cashless und cashfree. Am Bahnhof in Luzern kommen Barzahler nicht mehr auf die Toilette. Die Organisatoren des dortigen Stadtfests konnten aber zum Einlenken bewegt werden.

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Nach Protesten: Bargeldabschaffung auf Stadtfest rückgängig gemacht

Bargeld wird von öffentlichen Anlässen verbannt. Weihnachtsmärkte und Sommerfestivals werben mit cashless und cashfree. Am Bahnhof in Luzern kommen Barzahler nicht mehr auf die Toilette. Die Organisatoren des dortigen Stadtfests konnten aber ein wenig zum Einlenken bewegt werden.

Bezahlen nur mit Chip

Auf vielen Festivals ist das Barzahlen nicht mehr möglich. Für kleine Käufe an den Verpflegungsständen erhält der Besucher stattdessen eine Scheckkarte oder einen Bändel zum Umhängen. An verschiedenen Stationen kann er den integrierten Chip mit Guthaben auftanken. Für Menschen ohne Bankkonto ist das die letzte Möglichkeit der aktiven Teilnahme. Denn beim Aufladen des Chips kann noch mit Bargeld bezahlt werden.

So oder ähnlich läuft es seit 2019 auf dem B-Sides-Festival in Kriens (LU) in der Schweiz. Auch das Ikarus-Festival im Landkreis Unterallgäu in Bayern geht denselben Weg. Kritik bleibt nicht aus. Die Allgäuer Zeitung berichtet:

»Ein User kommentiert unter einem Instagram-Post des Ikarus-Festival: ›Unvergesslich wie dreist euer Barpersonal Systematisch einen mit dubiosen Pfand und Trinkgeld Abbuchungen beschissen hat…..‹. Hier heißt es vonseiten der Veranstalter, dass sie der Sache nachgehen wollen […].«

Für weit mehr Unmut sorgte die Panne auf dem Gurten-Festival in Bern. Die Organisatoren hatten im Vorfeld der Veranstaltung angekündigt, das Event würde in seinem Jubiläumsjahr erstmals bargeldlos stattfinden. Doch dann funktionierte die Technik nicht. »20 Minuten« berichteten:

»In der Folge pilgerten […] Hunderte Festivalbesucher wieder mit der Gurtenbahn vom Berg runter, um sich mit Bargeld einzudecken. Vor den drei Bancomaten in Wabern stehen die Festival-Besucher Schlange.«

Das war im Jahr 2013. Das Organisationskomitee machte einen Rückzieher und verzichtete für ein paar Jahre auf das sogenannte Cashless-System – nur um es im Jahr 2018 wieder einzuführen: Auch die Besucher seien mittlerweile besser an das bargeldlose Bezahlen gewöhnt als vor einem halben Jahrzehnt, erklärte ein Sprecher den Neuversuch.

Für Menschen ohne Bankkonto haben alle diese Veranstaltungen dennoch einen großen Haken: Wenn es um die Auszahlung des verbliebenen Guthabens geht, ist in der Regel eine Bankverbindung erforderlich. Ansonsten ist das Geld einfach weg.

Wo freie Menschen gar nicht mehr bezahlen können

Das Open Air St. Gallen wird seit 2013 bargeldlos ausgetragen. Es wird dasselbe System angewendet wie in Kriens, Bern und im Allgäu – Menschen wie Sie und ich können dort für Schein und Münze ein Guthaben erwerben und unabhängig bleiben von externen Finanzdienstleistern. Das Open Air Frauenfeld dagegen treibt es noch einen Schritt weiter:

»Auf dem ganzen Festivalgelände kann ausschließlich mit EC- oder Kreditkarte bezahlt werden.«

In diese Richtung geht es auch in der Zentralschweiz. Das Kultur- und Kongresszentrum Luzern nimmt seit August 2021 kein Bargeld mehr an. Egal ob wir von den Tickets sprechen oder von Snacks und Kaffee.

Schon der Weihnachtsmarkt im Luzerner Inseli-Park blieb für Barzahler zuletzt geschlossen. Genauso wie in Zürich und Bern.

Am 15. Juni 2022 hat sich auch am Hauptbahnhof eine Änderung ergeben:

»Wer im Luzerner Bahnhof ein dringendes Bedürfnis hat, braucht ab sofort eine Kredit- oder Debitkarte oder Twint. Nur damit kann man sich Eintritt in das WC/Dusche-Hygienecenter im Untergeschoss verschaffen. Die 1,50 Franken Eintrittsgebühr mit Bargeld zu bezahlen, ist seit Mittwoch nicht mehr möglich.« Luzerner Zeitung

Willkommen im Jahr 2022. Der Toilettengang erzwingt den Abschluss eines Bankvertrags. Die Finanzindustrie muss dran mitverdienen. Vater Staat will wissen, wie oft die Blase drückt. Als Edward Snowden einst seine Flucht von Amerika nach Hongkong antrat, zahlte er seine Flugtickets bar. Hätte er mit Karte zahlen müssen, hätte die Welt womöglich nie von ihm erfahren.

Was wäre gewesen, wenn er auf seinem Zwischenstopp in Tokio auf die Flughafentoilette hätte gehen müssen? Und wenn ihn dort ein Schild dazu aufgefordert hätte, nicht mit Kleingeld, sondern mit der Handy-App zu bezahlen?

Wenn der Protest Wirkung zeigt

Am 24. und 25. Juni 2022 steht das Luzerner Stadtfest an. Einzige Bezahlmöglichkeit: Twint-App, Kredit- oder EC-Karte. So sah der Plan zumindest ursprünglich aus. Dann jedoch machten die Veranstalter kehrt, um die indirekte Barzahlung zu ermöglichen: So können Besucher jetzt gegen echte Fränkli und Räppli Wertbons erwerben und auf diesem Umweg an den Ständen analog bezahlen. Dass sich das Organisationskomitee ein wenig umstimmen ließ, ist einer Protestwelle geschuldet. Die Hauptverantwortliche erklärte der Presse:

»Dass ältere Leute oder auch Kinder zum Teil nicht mit der Karte oder dem Handy bezahlen können, haben wir nun nochmals mit stärkerem Fokus in unsere Überlegungen miteinfliessen lassen.« Nicole Reisinger gegenüber »Zentralplus«

Mit der zunehmenden Abschaffung des Bargelds aus dem öffentlichen Leben werden junge Leute und Senioren ausgegrenzt. Leider gibt es wenig Verständnis für all jene, die ihren Möglichkeiten nach imstande wären, mit der Karte zu bezahlen, doch genau das nicht tun wollen. Das sind keine Realitätsverweigerer, sondern oft Menschen, die sich aus der Perspektive der Verantwortung überlegen, ob sie den Weg in eine bargeldlose Welt mittragen möchten – mit all ihren Konsequenzen für unsere Nachwelt – oder ob sie ganz bewusst ihre Stimme für eine freie Gesellschaft geben wollen, indem sie bei jeder Gelegenheit bar bezahlen.

Beteiligen Sie sich an konstruktivem Protest

Damit das Bargeld ein allgemein anerkanntes Zahlungsmittel bleibt, ist Ihre Mitwirkung erforderlich. Helfen Sie uns, in der Gesellschaft ein Bewusstsein darüber zu erzeugen, welche Konsequenzen die Nachwelt aus einer Bargeldabschaffung zu tragen hätte und welchen immateriellen Wert Banknoten und Münzen für uns alle haben.

 

  • Verbreiten Sie spannende Recherchen zum Thema Bargeldabschaffung. Gute Artikel gibt es regelmäßig hier bei Bargeldverbot.info und auf der Seite des Handelsblatt-Redakteurs Dr. Norbert Häring.
  • Verteilen Sie Flyer. Das Flugblatt »Bargeld und unsere Freiheit sind in Gefahr« können Sie kostenlos bestellen oder selbst ausdrucken.
  • Unterstützen Sie die Volksinitiative »Bargeld ist Freiheit«. Unterschreiben können alle Schweizer Bürger, spenden kann jedermann.
  • Zahlen Sie, wo immer es geht, bar.
  • Wenn Sie in einem Geschäft dazu aufgefordert werden, mit Karte zu zahlen, erklären Sie dem Filialleiter oder Ladeninhaber freundlich, aber bestimmt, warum Sie diesen Weg nicht mitgehen werden. Teilen Sie mit, dass Sie in diesem Geschäft nicht mehr einkaufen gehen werden, sollte die Möglichkeit der Barzahlung abgeschafft werden. Treten Sie in Kontakt mit uns, um ein kluges Vorgehen zu organisieren.

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Hausverbot für Bargeld bei der Deutschen Bank https://bargeldverbot.info/2022/06/16/deutsche-bank-schalter/ Thu, 16 Jun 2022 08:37:03 +0000 https://bargeldverbot.info/?p=9334 Kategorie: Leicht verständlich

Kaum ist durchgesickert, dass die Deutsche Bank in den meisten Filialen in Zukunft kein Bargeld mehr ausgeben will, legt der Schweizer Postchef nach und fordert das Parlament auf, die Bargeldannahmepflicht auf den Poststellen zu überdenken. Der vormalige Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzende John Cryan hatte bereits auf dem Weltwirtschaftsforum die Abschaffung des Bargelds verlangt.

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Hausverbot für Bargeld bei der Deutschen Bank

Kaum ist durchgesickert, dass die Deutsche Bank in den meisten Filialen in Zukunft kein Bargeld mehr ausgeben will, legt der Schweizer Postchef nach und fordert das Parlament auf, die Bargeldannahmepflicht auf den Poststellen zu überdenken. Der vormalige Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzende John Cryan hatte bereits auf dem Weltwirtschaftsforum die Abschaffung des Bargelds verlangt.

Genug ist nicht genug

Voriges Jahr hat die Deutsche Bank ihr bestes Ergebnis seit 10 Jahren erwirtschaftet. Die Mitarbeiter erhalten Boni in Höhe von 2 Milliarden Euro – unter besonderer Berücksichtigung der Investmentbanker. Jetzt will das Bankhaus die Bargeldausgabe am Schalter weitgehend einstellen. »Als Grund wurden die Kosten genannt», berichtet die Tagesschau am 8. Juni. Bei der Deutschen Bank geht es eben um das große Geld.

Weniger Bargeld bedeutet weniger Kosten für die Bank. Weniger Bargeld bedeutet auch höhere Einnahmen dank besserer Bilanz und digitaler Transaktionen. Einlagen, Überweisungen und Kartenzahlungen sind schließlich Teil des Geschäftsmodells.

Im Notfall greift der Staat den Kreditinstituten unter die Arme. Wenn große Banken aber der Gesellschaft einmal etwas zurückgeben könnten – zum Beispiel wie hier mit einem kleinen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Bargeldversorgung –, dann tun sie es nicht. Sie sind rein auf Gewinnerzielung ausgerichtet. Und genug ist nicht genug.

Chef der Schweizer Post ist Bargeldannahmepflicht ein Dorn im Auge

Die Schweizer Post ist gesetzlich verpflichtet, Bargeld auf der Poststelle anzunehmen. So können etwa Bürger ohne eigenes Konto eine Rechnung bezahlen. Doch das ist Christian Levrat auf einmal ein Dorn im Auge. Nur drei Tage nach dem Tagesschaubericht meldet die Presse, dass sich der Schweizer Postchef vom Parlament wünscht, dass die Bargeldannahmepflicht überprüft wird. Worte von der Deutschen Bank verhallen eben nicht ungehört; schließlich gehört sie zu den Top Ten der Großbanken in der westlichen Welt.

John Cryan verlangt die Bargeldabschaffung

John Cryan war der Vorgänger des amtierenden Deutsche-Bank-Chefs Christian Sewing. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Anfang 2016 machte er eine prägnante Aussage:

»Aber wir machen uns Sorgen um Bargeld, denn ich denke, das sollte entmaterialisiert werden. […]. Und ich denke, die Regierungen wären daran interessiert. […]. Es wäre besser, wenn alles nachvollziehbar wäre.«

Hier seine Worte auf Video gebannt:

 

Auch von der Citi Group, der Bank of America und der HSBC kam bereits die Forderung nach einer bargeldlosen Gesellschaft. Sie gehören alle wie die Deutsche Bank zu den finanzstärksten Kreditinstituten der Welt.

»Bargeld wird es in 10 Jahren wahrscheinlich nicht mehr geben.«

Auf derselben Tagung des Weltwirtschaftsforums gab John Cryan eine Prognose zum Besten:

»Auf die Frage, ob es in Zukunft noch Bargeld geben wird, verwenden wir ziemlich viel Zeit, weil, ich denke, Bargeld wird es in 10 Jahren wahrscheinlich nicht mehr geben. Es besteht keine Notwendigkeit dafür. Es ist furchtbar ineffizient und teuer.«

Anwesend war damals auch einer der Chefs der größten norwegischen Bank, der DNB. Noch in Davos sagte Trond Bentestuen der Presse, dass man [im eigenen Bankhaus] zu dem Schluss gekommen sei, dass [Bargeld] abgeschafft werden sollte. Der Reporter hielt ihm entgegen, man könnte ein digitales Chaos riskieren. Zu seiner Verteidigung berief sich Bentestuen dann auf John Cryan. Der habe nämlich gerade hier in Davos die Bargeldabschaffung gefordert.

Worte von der Deutschen Bank verhallen offenbar nie ungehört. Aber es gibt da noch eine peinliche Parallele zwischen der DNB-Bank und der Schweizer Post: Beide befinden sich in Staatsbesitz. Die DNB zu mehr als einem Drittel, die Post zur Gänze. Richtet sich der Staat nach der Finanzindustrie? Ist die Schweiz zu arm dafür geworden, die Bargeldversorgung aufrechtzuerhalten? Kann sich die Eidgenossenschaft dieses Stück Freiheit wirklich nicht mehr leisten?

Aktiv werden

Tun Sie auch etwas dafür, dass Bargeld als Zahlungsmittel eine Zukunft bekommt?

  • Wenn Sie Schweizer sind, unterstützen Sie bitte die Volksinitiative der Freiheitlichen Bewegung Schweiz für den Erhalt des Bargelds. Auch Spenden sind willkommen.
  • Bezahlen Sie mit Bargeld statt mit Karte, wo immer es sich anbietet.
  • Verteilen Sie Flyer zum Thema.
  • Lesen Sie gut recherchierte Artikel und senden Sie diese Informationen Ihren Bekannten zu.

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