EU-Parlament ringt um die Zukunft des Bargelds
Die große Mehrheit der Menschen will auch in Zukunft bar bezahlen können. Die Banken aber bauen Geldautomaten ab und Händler bestehen zunehmend auf Kartenzahlung. Bislang hat die Politik nichts zum Schutz von Bargeld unternommen. Nun diskutiert der Währungsausschuss des EU-Parlaments einen Verordnungsentwurf. Laut Hansjörg Stützle reichen die Vorschläge nicht aus. Darum wendet er sich zum vierten Mal an hunderte Journalisten. Denn gute Recherche hilft der Politik, die Interessen der Bevölkerung gegen die der Lobbyisten durchzusetzen. Bislang schweigt die Presse zu dem wichtigen Thema. Hier dokumentieren wir die jüngste Pressemitteilung. Von Hakon von Holst, 18.11.2025.
Nach langer Pause berät der Währungsausschuss des EU-Parlaments wieder die EU-Bargeld-Verordnung. Bis zum 12. Dezember können Mitglieder Änderungsanträge zum Gesetzesentwurf der EU-Kommission einbringen.
Der aus dem Fernsehen bekannte Bargeld-Schützer Hansjörg Stützle sieht darin eine »große Chance«. Zum ersten Mal könne europaweit eine klare Annahmepflicht für Bargeld im Einzelhandel und Dienstleistungssektor verankert werden. Stützle wörtlich: »Die Zukunft des Bargelds entscheidet sich daran, ob wir weiterhin im Alltag mit Bargeld bezahlen können oder nicht. Die Politik steht jetzt vor der Wahl, das einzige staatliche Zahlungsmittel zu schützen oder die Bargeldabschaffung, vorangetrieben durch die Wirtschaft, gewähren zu lassen.«
Als abschreckendes Beispiel führt Stützle die Niederlande an. Dort lehnten im Jahr 2021 noch 10 Prozent der Apotheken im physischen Einzelhandel Bargeld ab. Nur dreieinhalb Jahre später lag ihr Anteil bereits bei 21 Prozent, wie die jüngste Umfrage der nationalen Notenbank von 2025 zeigt. Zudem gaben 38 Prozent der Kinos an, kein Bargeld mehr anzunehmen. Der seinerzeitige Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, Robert Holzmann, kommentierte die Entwicklung in den Niederlanden in der Kronen-Zeitung: »›Wehret den Anfängen‹, kann ich da nur sagen.«
Mit seiner Petition für den europaweiten Schutz des Bargelds überschritt Hansjörg Stützle am 6. November die Marke von einer Viertelmillion Unterstützern. Zu den prominenten Unterzeichnern auf www.Bargelderhalt.eu zählen Bundesbank-Vizepräsident a.D. Franz-Christoph Zeitler, die Neurowissenschaftler Prof. Manfred Spitzer und Prof. Gerald Hüther, die Sängerin Jule Neigel und weitere.
In diesen Tagen wandte sich Stützle persönlich an alle Mitglieder des Währungsausschusses: »Die Parlamentarier haben von uns ein Kompendium zur Verbesserung der EU-Bargeld-Verordnung erhalten. An 13 Punkten muss zwingend nachgebessert werden, damit Bargeld ein verfügbares und akzeptiertes Zahlungsmittel bleibt.« Stützle weiter: »Banken und Zahlungsdienstleister wie PayPal und MasterCard verwenden ein enormes Werbebudget darauf, Barzahler mit fragwürdigen Botschaften von ihren Produkten zu überzeugen. Der Erfolg solcher Kampagnen beweist, dass Bargeld die Unterstützung des Staates braucht.«
Hansjörg Stützle kritisiert zudem eine Ungleichbehandlung des Bargelds gegenüber der geplanten europäischen Digitalwährung: »Der Verordnungsentwurf für den Digitalen Euro beinhaltet eine klar definierte Annahmepflicht und stellt sicher, dass sich Bankkunden von überall aus kostenfrei Kontoguthaben in Digitalen Euros ausbezahlen lassen können. Beim Bargeld ist das nicht der Fall und das ist ein enormer Konkurrenznachteil.« Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Christian Rieck pflichtet Stützle bei: »Ein gesetzliches Zahlungsmittel, das privilegiert wird, verdrängt das andere durch ökonomische Incentives, nicht durch demokratische Entscheidung.«
Die Arbeit an den beiden Verordnungsvorschlägen im Währungsausschuss betreut Fernando Navarrete federführend. In seinem Bericht vom 28. Oktober berücksichtigte der EVP-Parlamentarier lediglich einen der 13 Verbesserungsvorschläge und sprach sich für eine klare Annahmepflicht für Bargeld aus. Staatliche Maßnahmen zum Erhalt des Geldautomatennetzes will Navarrete jedoch davon abhängig machen, wie viele Menschen Bargeld nutzen. Stützle warnt: »Der Schutz des Bargelds darf nicht dem Zeitgeist unterworfen werden. Eine freie Gesellschaft muss sich ein Zahlungsmittel wert sein, das jedem Menschen unabhängig von Banken und digitalen Systemen ermöglicht, die tägliche Versorgung zu sichern. Wir sollten an Kinder, alte Menschen und Behinderte denken. Viele Menschen haben ihre Ausgaben dank Bargeld besser im Griff und stehen somit stabiler im Leben. Es darf nicht sein, dass schon Kinder mit einem Wisch über das Smartphone in die Schuldenfalle laufen.«
Stützle sieht jetzt die anderen Ausschussmitglieder am Zug. In seinem Brief an die Parlamentarier mahnte er: »In Krisenzeiten sind verbindende Elemente wie die gemeinsame physische Währung unverzichtbar. Das Vertrauen in sie und in die europäische Politik sollte nicht untergraben werden.«
Kontakt zu Hansjörg Stützle
Tel.: 07556/920215
E-Mail:
Materialien zu dieser Pressemitteilung
- 13 Punkte zur Verbesserung der EU-Bargeld-Verordnung (Link)
- Tabellarische Übersicht über die Ungleichbehandlung des Bargelds gegenüber dem Digitalen Euro (Link)
- Videobotschaft von Hansjörg Stützle an die EU-Parlamentarier (Link)
- Brief an den Währungsausschuss des EU-Parlaments (Link)
Ergänzende Quellen
- Bericht von Fernando Navarrete: Europarl.Europa.eu
- Kommentar von OeNB-Chef Robert Holzmann: Krone.at
- Statement von Prof. Rieck: Linkedin.com
- Umfrage der niederländischen Notenbank (November 2021): DNB.nl
- Umfrage der niederländischen Notenbank (Mai 2025): DNB.nl
Zur Person
Hansjörg Stützle baut seit zehn Jahren eine Bürgerbewegung für den Erhalt des Bargelds auf. Mit seiner Botschaft trat er in den vergangenen Monaten mehrfach im Fernsehen auf (ARD, MDR, SWR, ServusTV). Stützle arbeitete über Jahrzehnte in der finanziellen Sanierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Als Schuldenberater erlebte er zudem, dass Bargeld Menschen helfen kann, aus einer Schieflage herauszufinden oder gar nicht erst in die Not zu geraten. In der Vergangenheit sprach er auch in Schulklassen über den guten und verantwortungsvollen Umgang mit Geld. Hansjörg Stützle arbeitet in Uhldingen-Mühlhofen am Bodensee.
Empfängerkreis
Diese Pressemitteilung ging per E-Mail unter anderem an Redaktionen und Journalisten folgender Medien: BILD, Cicero, FAZ, Focus, Frankfurter Rundschau, Freitag, Handelsblatt, NZZ, Spiegel, Stern, Süddeutsche, Welt, WOZ, Zeit; Arte, BR, Deutsche Welle, Deutschlandradio, HR, MDR, NDR, ORF, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, Tagesschau.de, WDR, ZDF; AFP, apa, AWP-Finanznachrichten, dpa, dta, epd, European Newsroom, hpd, kna; Börsen-Zeitung, Chip, Deutsche Verkehrs-Zeitung, Euractiv, Netzpolitik.org, RND, RTL, Telepolis, Wirtschaftswoche. Auf diese Weise wurden 220 Empfänger über die Vorgänge im EU-Parlament in Kenntnis gesetzt.










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