Kampf ums Bargeld geht in die heiße Phase

Das Schicksal des Bargelds steht auf der Tagesordnung. Nach langer Pause beraten die EU-Parlamentarier wieder über ein Bargeld-Gesetz. Wir wenden uns mit einem Brief und einer Videobotschaft an Brüssel. Denn ohne EU-weiten Schutz ist das Bargeld verloren. Von Hansjörg Stützle, 13.11.2025.

Im EU-Parlament geht es um die wesentliche Frage: Werden wir auch morgen überall mit Bargeld bezahlen können? Das gelingt nur, wenn Behörden und Unternehmen klar verpflichtet werden, Banknoten und Münzen anzunehmen. Und wenn die Banken eine solide Infrastruktur mit Geldautomaten und Bankfilialen betreiben müssen und Bargeld gebührenfrei bereitstellen.

Auch andernorts bewegt sich etwas: In der Schweiz steht eine Volksabstimmung an. Im März 2026 stimmen die Bürger darüber ab, ob die Notenbank durch die Verfassung verpflichtet wird, Bargeld in Umlauf zu bringen. Die Regierung unterstützt das Ansinnen. Auch auf EU-Ebene würde kaum jemand abstreiten, dass ihm nicht daran läge, dass die Zentralbank weiterhin Bargeld bereitstellt. Doch daran entscheidet sich die Bargeldabschaffung eben nicht. Sie entscheidet sich daran, ob wir im Alltag mit Bargeld bezahlen können oder nicht.

Mit der finalen Abstimmung im EU-Parlament ist frühestens im Mai 2026 zu rechnen. Zuvor werden sich die Abgeordneten im Währungsausschuss mit der Sache beschäftigen. Dort können konkrete Regelungsvorschläge zum Schutz von Bargeld eingebracht werden, spätestens jedoch bis zum 12. Dezember 2025.

Die große Mehrheit der Menschen im Europa will auch in Zukunft Bargeld nutzen können. Wir haben mehr als eine Viertelmillion Unterschriften gesammelt für den klaren Schutz des Bargelds auf EU-Ebene. Am Rande unserer Kräfte waren wir die letzten zweieinhalb Monate darum bemüht, diesem Wunsch der Bevölkerung in der Politik Gehör zu verschaffen.

Eine große Aktion

Wir haben allen 719 EU-Parlamentarier, aber auch den 630 Bundestagsabgeordneten persönlich geschrieben. Mehrere Briefversionen mussten formuliert werden. 14 Menschen kamen hier am Bodensee zusammen, um einen Samstag lang Briefe zu kuvertieren und zu frankieren. Zwei Anhänge lagen den Schreiben bei, an denen wir lange gefeilt hatten:

Zum einen ein 13-Punkte-Plan für den konsequenten Schutz des Bargelds. Diese Verbesserungsvorschläge sollten zwingend in der Bargeld-Verordnung berücksichtigt werden. Zum anderen eine Gegenüberstellung des offiziellen Entwurfs zur Bargeld-Verordnung mit den Schutzmaßnahmen, die von der EU-Kommission für den Digitalen Euro vorgesehen sind. Denn es darf nicht angehen, dass der Digitale Euro, ein völlig neues staatliches Zahlungsmittel, gesetzlich bevorzugt wird und somit aufgrund von Konkurrenzvorteilen das Bargeld an der Ladenkasse verdrängt. Die Briefe und Fachaufsätze wurden natürlich professionell ins Englische übersetzt.

An die Abgeordneten richteten wir zugleich eine 20-minütige Videobotschaft. Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Christian Rieck gab der Sache zusätzlich eine Plattform auf seinem hoch frequentierten Youtube-Kanal. Wir freuen uns über 300.000 Aufrufe nach gut drei Tagen. In dem Video zeige ich auf, warum die Chance jetzt genutzt und die Akzeptanz und Verfügbarkeit von Bargeld nach unverwässerbaren Kriterien sichergestellt werden muss. Ich widerlege zudem Irrtümer über die geplante EU-Bargeld-Verordnung und Behauptungen, wonach sich das Bargeld nicht in Gefahr befindet.

Um dem Video mehr Gewicht zu verleihen, erarbeiteten wir zwei Fachaufsätze in Deutsch und Englisch. So zeigt eine Recherche zu 36 Ländern Europas, dass viele Regierungen die Ablehnung von Bargeld im Einzelhandel als regelwidrig ansehen. Nur bei einer Minderheit, zu der auch Deutschland, Österreich und die Schweiz zählen, herrscht die Auffassung, Ladenbetreiber könnten Bargeld mit einem Schild an der Tür ablehnen.

Im Folgenden geben wir hier das Video wieder sowie den Brief, wie ihn die Mitglieder des Währungsausschusses des EU-Parlaments erhalten haben. Auch die Fachaufsätze sind verlinkt.

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Mehr Informationen

Fachaufsätze

  • 13 Punkte zur Verbesserung der EU-Bargeld-Verordnung (Deutsch und Englisch)
  • Ungleichbehandlung des Bargelds gegenüber dem Digitalen Euro (Deutsch und Englisch)
  • Einzelhändler und Dienstleister schaffen das Bargeld ab – auch unter der geplanten EU-Bargeld-Verordnung? (Deutsch und Englisch)
  • Akzeptanz-Vorschriften für Bargeld in 36 Ländern Europas (Deutsch und Englisch)

Briefe

  • Brief an die Mitglieder des Währungsausschusses (Deutsch)
  • Brief an die Mitglieder des Währungsausschusses (Englisch)

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Dieses düstere Bild verdichtet sich immer mehr bei Wissenschaftlern und auch in den Medien – das Bild einer unfreien, fremdbestimmten und ferngesteuerten Gesellschaft. Der Autor entlarvt in seinem Buch detailliert die Hintergründe der schleichenden, aber keineswegs zufälligen Abschaffung des Bargelds und skizziert deren verheerende Folgen.

Mehr als 100 Grafiken ermöglichen es auch Laien, die komplexen Zusammenhänge leicht zu verstehen. Dabei folgt Hansjörg Stützle seinem Anspruch, nicht nur aufzuklären, sondern auch Lösungen aufzuzeigen. So beleuchtet er die Bargeldabschaffung auch aus dem Blickwinkel der morphischen Felder. Dieser Perspektivenwechsel schafft Raum für Hoffnung und bietet jedem Einzelnen die Chance, ein wichtiger und unverzichtbarer Teil der Lösung zu sein.


Krieg gegen das Bargeld

Wer hat ein Interesse an der schleichenden Abschaffung des Bargelds? Geht es tatsächlich um die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus, oder steckt viel mehr dahinter? Wer sind die Akteure in Politik und Finanzwirtschaft, und welche Methoden benutzen sie? Was würde die weltweit geplante Einführung staatlicher Digitalwährungen bedeuten? Und: Was können wir gegen die Einschränkung unserer Freiheit tun?

»Freiheit beginnt in der Hosentasche – und sie kann dort enden. Dieses unterhaltsame und gleichzeitig sachkundige Buch räumt auf mit dem Mythos vom überholten Bargeld. Eine Pflichtlektüre für alle mündigen Bürger.« Prof. Dr. habil. Dirk Löhr, Ökonom

»›Krieg gegen das Bargeld‹ ist ein hervorragend recherchiertes, augenöffnendes Buch, das trotz des ernsten Themas angenehm zu lesen ist.« Dr. Norbert Häring, Wirtschaftsjournalist

1 Kommentar

  1. Danke für die petition. Habe mir die Listen ausgedruckt. Sie liegen bei mir aus. Sind auch schon ein paar Unterschriften zusammen gekommen. Werden natürlich keine 1000, hab nur ein kleines Café. Ich denke besser wie nichts

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