Bildlizenz: Porträt „Dan Schulman – PopTech 2013 – Camden, ME“ von Kris Krug für #PopTech / CC BY-SA 2.0, beschnitten von Bargeldverbot.info. Grafik unter CC BY-SA 2.0.

PayPals Feldzug gegen das Bargeld

Der milliardenschwere US-Zahlungsdienstleister PayPal will sein Geschäftsfeld ausweiten und nun auch an den Ladenkassen Deutschlands mitverdienen. Der größte Konkurrent dort sind Banknoten und Münzen. Auf seinem Feldzug gegen das Bargeld setzt PayPal auf ein gewaltiges Werbebudget – Unterstützung, die dem Bargeld fehlt. Doch immer mehr Bürger setzen sich für den Erhalt des Bargelds ein. Von Hansjörg Stützle, 09.09.2025.

Ein weißes Plakat mit blauen und schwarzen Buchstaben. Die Botschaft simpel: »Bargeld ist nicht mehr King.« Absender? Unbekannt. Zahlreiche Werbeplakate dieser Art hingen hingen wochenlang an Deutschlands Bahnhöfen.

Die Absicht des anonymen Urhebers ließ sich den Werbetafeln entnehmen: »Später zahlen? Bargeld kann das nicht.« Hier also sollten Passanten verführt werden, ein anderes Zahlungsmittel zu nutzen. Ein Zahlungsmittel, das zum Konsumieren verlockt, weil Einkäufe nicht sofort, sondern auch erst »später« bezahlt werden können.

Schließlich fiel der Vorhang: »Tschüss Bargeld. Hallo PayPal.« Ein US-Unternehmen möchte an Deutschlands Ladenkassen mitverdienen. Und die Sache ist ganz einfach – einmal kurz das Smartphone an das Bezahlterminal halten. Abgebucht wird vom Bankkonto oder vom PayPal-Guthaben.

Das Geschäft mit den Gebühren

Doch was für Verbraucher bequem klingt, hat Schattenseiten. Denn der Händler auf der anderen Seite der Ladenkasse muss für jede Zahlung Gebühren entrichten. Die PayPal-Transaktionen werden über das System von Mastercard abgewickelt – und Kreditkartenkonzerne wie Visa und Mastercard sind geradezu bekannt für ihre hohen Tarife.

Dabei trifft die Last der Kartenzahlungsgebühren kleine Einzelhändler im Besonderen. Ich nenne beispielhaft ein Angebot an solche Firmen: Gebühr 1,19 Prozent vom Umsatz, unabhängig vom Kartentyp und alles inklusive. Wenn ein Laden also 100 Euro umsetzt, gehen 1,19 Euro an den beauftragten Zahlungsdienstleister. Dieser wiederum leitet einen Teil der vereinnahmten Gebühren an Banken oder Zahlungsunternehmen wie Mastercard und PayPal weiter, den anderen behält er ein.

Seine Kosten muss der Ladenbetreiber in die Produkte einpreisen. Am Ende zahlt also der Konsument für PayPals Geschäft mit den Gebühren. Nur ist das kaum jemand bewusst, weil Privatmenschen PayPal kostenlos nutzen, wenn sie Transaktionen empfangen oder an der Ladenkasse bezahlen.

PayPal verbuchte 2024 einen Umsatz von fast 32 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn nach Steuern betrug über 4 Milliarden. Diese astronomischen Summen stammen letztlich von einfachen Bürgern aus aller Welt. Vor zehn Jahren verlangte PayPal für geschäftliche Transaktionen im Internet vom Händler 1,9 Prozent vom Umsatz plus 35 Cent. Heute sind es 2,49 Prozent plus 35 Cent. Hier zeigt sich, wie das US-Unternehmen aus seiner Marktmacht Kapital schlägt. Beim PayPal-Checkout in einem Onlineshop werden sogar 2,99 Prozent vom Umsatz fällig plus 35 Cent Transaktionsgebühr (Stand 02.09.2025).

Handyzahlungen als Konsumtreiber

Darüber hinaus verändert bargeldloses Zahlen unser Konsumverhalten. Die Forschung zeigt: Wer bar bezahlt, geht bewusster mit Geld um, weil er reale Scheine aus der Hand geben muss. Mit dem Handy oder der Karte gibt man deutlich mehr Geld aus. PayPal bewirbt diesen Effekt Unternehmen gegenüber folgendermaßen: »Wussten Sie? PayPal-QR-Code-Nutzer geben im Einzelhandel 24 Prozent mehr aus als Nichtnutzer – in Bekleidungsgeschäften sogar bis zu 40 Prozent mehr.«

Andere Giganten der Zahlungsindustrie unternahmen ähnliche Untersuchungen: Visa warb auf einer Infografik, Kartennutzer gäben in einer Pizzeria 25 Prozent mehr Geld aus, in einem Familienrestaurant 40 Prozent.

Rettung für Bargeld naht

Der seinerzeitige Hauptgeschäftsführer von PayPal, Dan Schulman, sagte Ende 2015 am Rande einer Veranstaltung: »Der größte Konkurrent, den wir haben, ist die Nutzung von Bargeld.« Doch wir Bürger sollten nie zulassen, dass Zahlungsunternehmen die Macht über den Austausch in unserer Gesellschaft erlangen. Wir benötigen ein freies Zahlungsmittel, wir brauchen das Bargeld, damit ein Austausch zwischen Käufer und Verkäufer an der Ladenkasse ohne Gebühren, ohne Überwachung und ohne Manipulation durch Dritte möglich ist. Genauso erforderlich sind Unabhängigkeit von Hackerangriffen, technischen Störungen und Systemausfällen.

Leider verliert das Bargeld an Boden: Cafés, Nahverkehrsbetriebe, Landratsämter, ja, sogar der eine oder andere Bäcker ist dazu übergegangen, Bargeld abzulehnen. Gleichzeitig verschwinden Bankfilialen und Geldautomaten. Ohne Infrastruktur und Akzeptanz kann das Bargeld nicht überleben. Deshalb ist es notwendig, im Alltag mit Münzen und Scheinen zu zahlen und sich politisch für seinen Erhalt einzusetzen. Gerade jetzt gibt es eine historische Gelegenheit: Die EU-Kommission hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der Bargeld europaweit schützen soll. Allerdings ist er unzureichend, weil keine wirksame Annahmepflicht im Handel vorgesehen ist und weil die Banken nicht verpflichtet werden, die Geldautomateninfrastruktur wenigstens im heutigen Umfang zu erhalten.

Nun liegt es am EU-Parlament, aus dem Verordnungsvorschlag ein starkes Gesetz zu machen. Dafür habe ich eine Petition gestartet, die bereits über 230.000 Menschen unterzeichnet haben. Mit dieser Rückendeckung habe ich die Möglichkeit, mit EU-Abgeordneten in Austausch zu gehen, Druck zu erzeugen und dem Willen der Bürger Gewicht zu verleihen. Auch Sie können diese Petition unter www.Bargelderhalt.eu unterzeichnen und somit Ihren Willen für den Erhalt des Bargeldes dokumentieren. Jede Unterstützung zählt.

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Dieses düstere Bild verdichtet sich immer mehr bei Wissenschaftlern und auch in den Medien – das Bild einer unfreien, fremdbestimmten und ferngesteuerten Gesellschaft. Der Autor entlarvt in seinem Buch detailliert die Hintergründe der schleichenden, aber keineswegs zufälligen Abschaffung des Bargelds und skizziert deren verheerende Folgen.

Mehr als 100 Grafiken ermöglichen es auch Laien, die komplexen Zusammenhänge leicht zu verstehen. Dabei folgt Hansjörg Stützle seinem Anspruch, nicht nur aufzuklären, sondern auch Lösungen aufzuzeigen. So beleuchtet er die Bargeldabschaffung auch aus dem Blickwinkel der morphischen Felder. Dieser Perspektivenwechsel schafft Raum für Hoffnung und bietet jedem Einzelnen die Chance, ein wichtiger und unverzichtbarer Teil der Lösung zu sein.


Krieg gegen das Bargeld

Wer hat ein Interesse an der schleichenden Abschaffung des Bargelds? Geht es tatsächlich um die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus, oder steckt viel mehr dahinter? Wer sind die Akteure in Politik und Finanzwirtschaft, und welche Methoden benutzen sie? Was würde die weltweit geplante Einführung staatlicher Digitalwährungen bedeuten? Und: Was können wir gegen die Einschränkung unserer Freiheit tun?

»Freiheit beginnt in der Hosentasche – und sie kann dort enden. Dieses unterhaltsame und gleichzeitig sachkundige Buch räumt auf mit dem Mythos vom überholten Bargeld. Eine Pflichtlektüre für alle mündigen Bürger.« Prof. Dr. habil. Dirk Löhr, Ökonom

»›Krieg gegen das Bargeld‹ ist ein hervorragend recherchiertes, augenöffnendes Buch, das trotz des ernsten Themas angenehm zu lesen ist.« Dr. Norbert Häring, Wirtschaftsjournalist

1 Kommentar

  1. This article sheds light on the hidden costs of digital payments and the urgent need to protect cash. It’s eye-opening to see how companies profit from our reliance on digital systems.

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