220.000 Menschen unterschreiben für das Bargeld
Ein Jahr nach Start der Petition für den europaweiten Schutz des Bargelds haben sich bereits 220.000 Unterstützer angeschlossen. Darüber informierten wir mehrere Hundert Medien und Journalisten. Von Hakon von Holst, 30.07.2025.
Das Geldautomaten- und Bankfilialnetz muss vor dem Zusammenbruch gerettet und die Akzeptanz von Bargeld in den Läden, auf Behörden und bei öffentlichen Verkehrsmitteln sichergestellt werden. Diesem Anliegen haben sich zahlreiche prominente Personen angeschlossen, darunter der Neurowissenschaftler Prof. Manfred Spitzer, die Musikerin Julia Neigel oder der Ex-Bundesbank-Vizepräsident Prof. Franz-Christoph Zeitler. Am 26. Juli haben wir die Marke von 200.000 Unterstützern überschritten.
Mit der Petition unternehmen wir den Versuch, die öffentliche Aufmerksamkeit auf ein unterbelichtetes Thema zu lenken: die seltene Chance, Akzeptanz und Verfügbarkeit von Bargeld europaweit abzusichern. Das Zeitfenster dafür wird immer schmaler. Schon Anfang September könnte sich im EU-Ministerrat entscheiden, ob Ladeninhaber weiterhin Banknoten und Münzen ablehnen können. Sollte das Bargeld den Abstimmungskampf gewinnen, wäre das ein Meilenstein. Dann stünden die Chancen gut, dass auch das EU-Parlament für eine klare Akzeptanzpflicht stimmt und sich darüber hinaus für einen besseren Zugang zu Bargeld einsetzt.
Doch es gibt ein Problem: Was EU-Ministerrat und EU-Parlament verhandeln, wird in der Öffentlichkeit nicht debattiert. Der Grund ist, dass die großen Medien schweigen. Wenn die Gesellschaft wüsste, was auf dem Spiel steht, würden die zuständigen Minister und Parlamentarier unter Druck geraten. Dann redete bei der geplanten EU-Bargeld-Verordnung nicht mehr nur die Bankenlobby und andere Organisationen mit, sondern vor allem auch der Bürger. Und im Ergebnis würde ein besseres Gesetz entstehen.
Was tun? Zum Start der Petition vor einem Jahr schrieben wir über 400 Adressen aus dem Kreise deutscher Regionalmedien an. Wir erwähnten die Probleme, die sich auf lokaler Ebene bereits überall zeigten und für die es sogar aktuelle Daten von der Bundesbank gab: Immer mehr Bürger beurteilten den Zugang zu Bargeld als »ziemlich schwierig« oder sogar »sehr schwierig«. Resonanz aus der Pressewelt: keine – außer drei Antwortschreiben, man möge doch bitte von weiterer Kontaktaufnahme absehen.
Sechs Monate später, um Neujahr 2025, waren wir 100.000 Menschen. Wieder kontaktierten wir die Medien und verwiesen auf aktuelle Beispiele: So hatte gerade die Stadtverwaltung von Düsseldorf das Bargeld auf den Ämtern abgeschafft. Die örtlichen Verkehrsbetriebe kündigten das Gleiche an. Ebenso erwähnten wir, dass Hansjörg Stützle Ende 2024 im MDR-Fernsehen auftrat. Reaktionen auf unsere Pressemitteilung blieben aus.
Bis wir 200.000 Unterstützer erreicht hatten, konnten wir auf neue prominente Unterzeichner zählen. Dazu gehörten die Musikerin Julia Neigel und der Ex-Bundesbank-Vizepräsident Franz-Christoph Zeitler. Hansjörg Stützle war mittlerweile nicht nur im SWR- und MDR-Fernsehen zu sehen gewesen, sondern auch bei ARD Plusminus und ServusTV. Die Stuttgarter Zeitung und Tagesschau.de informierten über die Petition, Hansjörg Stützle hatte Interviews bei Roland Tichy und Prof. Christian Rieck. Mein Buch »Krieg gegen das Bargeld« stand Anfang Juli auf der Spiegel-Bestseller-Liste.
Am 28. Juli schrieben wir 600 Redaktionen und Journalisten an. An 150 Medienschaffende aus überregionalen Zeitungen, Rundfunk und Nachrichtengenagenturen wandten wir uns erstmals ganz persönlich. Und das erste Mal gab es auch interessierte Rückmeldungen. Wir haben nun Hoffnung, dass doch noch Berichterstattung über die geplante EU-Bargeld-Verordnung und ihre Mängel stattfindet. Die Presseerklärung richtete sich an Redaktionen und Mitarbeiter folgender Medien:
208 Regionalmedien (die allerdings nur einigen wenigen Medienkonzernen gehören)
Aachener Zeitung, Abendzeitung, Aichacher Zeitung, Alb-Bote, Alfelder Zeitung, Aller Zeitung, Allgemeine Zeitung, Anhalt-Kurier, Anzeiger für Harlingerland, Ascherslebener Zeitung, Augsburger Allgemeine, B.Z., Backnanger Kreiszeitung, Badische Neue Nachrichten, Badische Zeitung, Bayerwald-Echo, Berliner Tagesspiegel, Berliner Zeitung, Bernburger Kurier, Bersenbrücker Kreisblatt, Bietigheimer Zeitung, Bitterfelder Zeitung, Bonner Rundschau, Brandenburger Kurier, Braunschweiger Zeitung, Bremervörder Zeitung, Böhme-Zeitung, Bürstädter Zeitung, Cannstatter Zeitung, Cellesche Zeitung, Chiemgau-Zeitung, Cuxhavener Nachrichten, Dahme-Kurier, Darmstädter Echo, Delmenhorster Kreisblatt, Dill-Zeitung, Donaukurier, Dosse-Kurier, Dresdner Neue Nachrichten, Dülmener Zeitung, Eichsfelder Tageblatt, Einbecker Morgenpost, Elbe-Kurier, Emder Zeitung, Ems-Zeitung, Fehmarnsches Tageblatt, Fläming-Echo, Frankenpost, Frankfurter Neue Presse, Freie Presse, Freies Wort, Fränkische Landeszeitung, Fränkischer Tag, Fuldaer Zeitung, Geislinger Zeitung, Gelnhäuser Neue Zeitung, General-Anzeiger, Glocke, Goslarsche Zeitung, Granseer Tageblatt, Gäubote, Göttinger Tageblatt, HNA, Haller Kreisblatt, Haller Tagblatt, Hamburger Abendblatt, Hamburger Morgenpost, Hanauer Anzeiger, Hannoversche Allgemeine, Harke, Harz-Bote, Harzkurier, Heidenheimer Zeitung, Hildesheimer Allgemeine, Hohenloher Zeitung, Hohenzollerische Zeitung, Iserlohner Zeitung, Jessener Land, Jeversches Wochenblatt, Jüterboger Echo, Kreiszeitung Böblinger Bote, Kreiszeitung Wesermarsch, Kyritzer Tageblatt, Kölner Stadt-Anzeiger, Köthener Zeitung, Landauer Zeitung, Lausitzer Rundschau, Leipziger Volkszeitung, Lingener Tagespost, Lippische Landeszeitung, Lippstädter Zeitung, Luckenwalder Rundschau, Ludwigsburger Kreiszeitung, Lübecker Nachrichten, Main-Echo, Main-Post, Main-Spitze, Meller Kreisblatt, Memminger Zeitung, Meppener Tagespost, Merkur, Mindener Tageblatt, Mittelbayerische, Märkische Allgemeine, Märkische Oderzeitung, Münsterländische, Nahe-Zeitung, Neckar-Chronik, Neue Deister-Zeitung, Neuer Landbote, Neue Osnabrücker Zeitung, Neue Presse, Neue Ruhr Zeitung, Neuer Tag, Neue Westfälische, Neumarkter Tagblatt, Nordbayerischer Kurier, Norddeutsche Neueste Nachrichten, Nordkurier, Nordschleswiger, Nordsee-Zeitung, Nürnberger Presse, Nürtinger Zeitung, Oberbayerisches Volksblatt, Oberbergischer Anzeiger, Oberhessische Presse, Obermain-Tagblatt, Offenbach-Post, Oranienburger Zeitung, Osterholzer Kreisblatt, Ostfriesischer Kurier, Ostsee-Zeitung, Ostthüringer Zeitung, Passauer Neue Presse, Pegnitz-Zeitung, Peiner Allgemeine, Pfaffenhofener Kurier, Pfälzischer Merkur, Potsdamer Tageszeitung, Prignitz-Kurier, Regensburger Zeitung, Rems-Zeitung, Remscheider General-Anzeiger, Reutlinger General-Anzeiger, Reutlinger Nachrichten, Rheiderland-Zeitung, Rhein-Hunsrück-Zeitung, Rhein-Lahn-Zeitung, Rhein-Neckar-Zeitung, Rhein-Zeitung, Rheinische Post, Rheinpfalz, Ruppiner Tageblatt, Saale-Kurier, Sangerhäuser Zeitung, Schaumburger Zeitung, Schifferstadter Tagblatt, Schleswig-Holstein, Schrobenhausener Zeitung, Schwarzwälder Bote, Schweriner Volkszeitung, Schwäbische Post, Schwäbische Zeitung, Siegerländer Zeitung, Solinger Tageblatt, Stimme, Straubinger Tagblatt, Stuttgarter Zeitung, Sächsische, Südkurier, Südwestpresse, Tagblatt, Tageblatt, Tagespost, Teckbote, Thüringer Allgemeine, Thüringische Landeszeitung, Torgauer Zeitung, Traunsteiner Tagblatt, Täglicher Anzeiger, Untertürkheimer Zeitung, Usinger Anzeiger, Verdener Nachrichten, Volksblatt, Volksstimme, Waiblinger Kreiszeitung, Walsroder Zeitung, Weißenfelser Zeitung, Weser-Kurier, Westallgäuer Zeitung, Westdeutsche Allgemeine, Westdeutsche Zeitung, Westerwälder Zeitung, Westfalen-Blatt, Westfalen-Post, Westfälischer Anzeiger, Westfälische Nachrichten, Westfälische Rundschau, Westhavelländer, Wetzlarer Neue Zeitung, Wiesbadener Kurier, Wilhelmshavener Zeitung, Wirtschaft im Profil, Wittlager Kreisblatt, Wolfsburger Allgemeine, Wümme-Zeitung, Zeitzer Zeitung, Zossener Rundschau.
Überregionale Zeitungen und Zeitschriften
BILD, Cicero, FAZ, Focus, Frankfurter Rundschau, Freitag, Handelsblatt, NZZ, Spiegel, Stern, Süddeutsche, Welt, WOZ, Zeit.
Öffentlich-rechtliche Medienangebote
Arte, BR, Deutsche Welle, Deutschlandradio, HR, MDR, NDR, ORF, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, Tagesschau.de, WDR, ZDF.
Nachrichtenagenturen
AFP, apa, AWP-Finanznachrichten, dpa, dta, epd, European Newsroom, hpd, kna.
Weitere Medien
Börsen-Zeitung, Chip, Deutsche Verkehrs-Zeitung, Euractiv, Netzpolitik.org, RND, RTL, Telepolis, Wirtschaftswoche.
Unsere Presseerklärung
28. Juli 2025: Bargeld-Beschluss im EU-Ministerrat – Ex-Bundesbank-Vize und 200.000 Menschen erheben ihre Stimme
Sehr geehrte Damen und Herren,
das Geldautomaten- und Bankfilialnetz muss vor dem Zusammenbruch gerettet und die Akzeptanz von Bargeld in den Läden, auf Behörden und bei öffentlichen Verkehrsmitteln sichergestellt werden. Das fordern zahlreiche Professoren und Prominente, darunter der frühere Bundesbank-Vizepräsident Franz-Christoph Zeitler. Die Petition an die Entscheidungsträger auf EU-Ebene hat heute die Marke von 200.000 Unterstützern überschritten: www.Bargelderhalt.eu.
Entscheidungsschlacht auf EU-Ebene
Der Rat der europäischen Finanzminister fällt in diesen Wochen eine Schicksalsentscheidung über die Zukunft des Bargelds. Hintergrund: Die EU-Kommission legte 2023 einen Gesetzesvorschlag zum Schutz von Bargeld vor. Jedoch ist keine zwingende Annahmepflicht für Bargeld im Handel vorgesehen, ebenso wenig eine Verpflichtung für die Banken, Geldscheine bereitzustellen. Ganz anders stellt sich Brüssel den digitalen Euro vor: Die Kreditinstitute wären gezwungen, ihren Kunden jederzeit Zugang zum digitalen Euro zu gewährleisten. Die meisten Unternehmen müssten den digitalen Euro akzeptieren und Artikel 10 Digital-Euro-Verordnung stellt klar, dass keine generelle Annahmeverweigerung auf Basis der Vertragsfreiheit möglich wäre.
Digital-Euro-Verordnung und Bargeld-Verordnung werden als Paket verhandelt. Der EU-Ministerrat kann Verbesserungen beschließen – eine wichtige Voraussetzung dafür, dass im Anschluss auch das EU-Parlament seinen Einfluss zur Geltung bringt und auf den Schutz des Bargelds drängt. Dafür bleibt wenig Zeit: Die Europäische Zentralbank macht Druck beim digitalen Euro, denn gemäß ihrem Zeitplan soll im November die nächste Entwicklungsphase des digitalen Euros beginnen. Dafür allerdings muss die gesetzliche Basis stehen und das Gesetzespaket verabschiedet sein.
Banken zerstören Bargeld-Infrastruktur
Wie die Bundesbank am 23. Juli mitteilte, sank die Zahl der Geldautomaten im Vorjahr auf unter 50.000. Am 17. Juli veröffentlichten die Währungshüter bereits die neueste Bankstellenstatistik. Demnach beschleunigt sich das Bankfilialsterben: 2024 verschwanden acht Prozent der Zweigstellen, 2023 fünf Prozent. In den letzten zehn Jahren verabschiedeten sich die Banken von der Hälfte ihrer Standorte. Im Oktober 2024 warnte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Handelsverbands, Stefan Genth, der Umgang mit Bargeld werde für die Unternehmen zunehmend kostenintensiver. Wenn »immer mehr Bankfilialen schließen, droht der Bargeldkreislauf zusammenzubrechen«, so Genth.
Einziges etabliertes freies Zahlungssystem erhalten
Neben den Verbraucherzentralen fordern verschiedene soziale Verbände den Schutz des Bargelds. Der aus dem Fernsehen bekannte Finanzexperte und Bargeld-Aktivist Hansjörg Stützle begrüßt das. »Nur die Bürger haben ein Interesse am Bargeld«, sagt Stützle, der die Petition initiiert hat. »Die Banken versuchen mit eigenen Zahlungsmitteln den Profit zu steigern. Dafür wenden sie ein enormes Werbebudget auf.« Stützle wandte sich jüngst in offenen Briefen an EU-Parlament und EU-Ministerrat, um für eine bessere EU-Bargeld-Verordnung zu trommeln. Die EU-Abgeordneten konfrontierte er mit der Frage:
»Wie werden Sie sich für den Schutz des Bargelds und unserer Verbraucherrechte einsetzen, damit auch morgen jeder Mensch über ein physisches Zahlungsmittel verfügt, das kostenfrei ist, die Privatsphäre schützt, eine gute Ausgabenkontrolle ermöglicht und Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld vermittelt?«
Kontakt zu Hansjörg Stützle
Tel.: 07556/920215
E-Mail:Zur Person: Hansjörg Stützle arbeitete über mehrere Jahrzehnte in der finanziellen Sanierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Als Schuldenberater erlebte er immer wieder, welches Potenzial in Bargeld steckt, damit Menschen aus einer Schieflage herausfinden oder gar nicht erst in die Not geraten. In der Vergangenheit sprach er auch in Schulklassen über den guten und verantwortungsvollen Umgang mit Geld. Seit 2016 widmet er sich aktiv dem Erhalt von Bargeld als Zahlungsmittel. In den vergangenen Monaten trat er mit seiner Botschaft mehrmals im Fernsehen auf (ARD, MDR, SWR, ServusTV). Hansjörg Stützle arbeitet in Uhldingen-Mühlhofen am Bodensee. Mehr: www.Bargeldverbot.info/Pressebereich
Über den Autor der Pressemeldung
Hakon von Holst ist Journalist und Co-Initiator der Bargeld-Petition. Mit seinem Buch »Krieg gegen das Bargeld«, erschienen am 30. Juni, gelang ihm ein Spiegel-Bestseller.
Mithelfen
Was können Sie tun? Kontaktieren auch Sie Radiosender und Zeitungen und berichten Sie von der unsozialen Seite der Entwicklungen: davon, wie Banken das Geldautomatennetz zerstören und Läden Bargeld ablehnen, und davon, was das für Sie, für Kinder, für die ganze Gesellschaft bedeutet. Erwähnen Sie die Petition und deren Dringlichkeit angesichts der Chance, das Bargeld EU-weit zu schützen. Beziehen Sie sich gegebenenfalls auch auf unsere Pressemitteilung. Wenn noch nicht geschehen, unterschreiben Sie die Petition. Und vor allem: Machen Sie andere Menschen darauf aufmerksam, per E-Mail oder über die sogenannten sozialen Medien.










0 Kommentare