Kategorie: Gastbeitrag

Eine Bargeldabschaffung würde wichtige Veränderungen im Geldsystem für lange Zeit blockieren

Jede gute Veränderung muss Wurzeln schlagen können, bevor sie aufblühen und sich entfalten kann. So ist es auch auf der gesellschaftlichen Ebene. Eine Bargeldabschaffung würde allerdings den Boden für viele gute Entwicklungen unfruchtbar machen, wie Uwe Kienitz in diesem Gastbeitrag aufzeigt:

Aus meiner derzeitigen Sicht sind wir in Bezug auf die Gesamt-Bewusstseinsentwicklung keinesfalls so weit, dass wir auf Bargeld verzichten könnten. Theoretisch ist (Bar-)Geld nichts. Es hat nur einen „Messwert“, keinen Eigenwert, hat keinen Warenwert, ist kein Kapital, es hat keinen Wirtschaftswert. Da liegt die Tücke. Bildlich gesprochen: Das Thermometer an der Wand zeigt die Temperatur an, und wenn jemand mit seinem Atem dran haucht, geht die Säule im Thermometer nach oben, zeigt mehr Wärme an, aber es wird nicht wärmer im Raum. Eine Fehl-Anzeige. So ist es auch mit Geld. Selbst hat es keinen Wert, sondern ist eben Wertmesser, der hoffentlich die Wirklichkeit anzeigt.

Im Hintergrund der Geldumlaufes bewegen sich komplexe Vorgänge der realen Wertbildung im Rahmen der Arbeitsteilung, aber auch der Naturnutzung und -ausbeutung, die sich im Geldwert zum Ausdruck bringen sollten. Auch alle Preise sollten die Wirklichkeit abbilden. Das ist derzeit nicht der Fall. Es gibt sehr viel mehr Geld als reale Werte, aber auch völlig falsche Darstellungen der Preise. Ebenso viel zu niedrige Preise (bei Waren, die die Natur zerstören), wie auch viel zu hohe Preise (z.B. Wohnraumimmobilien, die Menschen in Abhängigkeit bringen). Damit wird das Geld zu einem betrügerischen Konkurrenten für die reale Wirtschaft, zu einem Machtmittel. Eine riesige Steigerung der ungerechtfertigten Machtentfaltung des Geldwesens würde entstehen, wenn je nach Interessenlage derer, die dieses Machtmittel in die Hand bekämen, alle Zahlungsvorgänge nachvollzogen und sogar virtuell in seinem Wert gesteuert werden könnten. Staat und Wirtschaftskonzerne arbeiten diesbezüglich derzeit in unguter Weise zusammen.

Eigentlich wäre es eine Angelegenheit des menschlich fairen und kultivierten Zusammenwirkens von Konsumenten, Produzenten und der gesamten Waren- und Dienstleistungszirkulation, dem Handel. Dabei muss auch verstanden werden, das Arbeit, Grund und Boden, Produktionsmittel und Kapital keine Ware sein können. Das Gegenteil ist derzeit der Fall. Alles ist Ware geworden und durch die riesigen zentralisierten Besitze und Geldmengen ist eine Art „Recht des Stärkeren“ entstanden, obwohl die Wirtschaft nur einen Sinn haben kann: Bedürfniserfüllung aller Konsumenten, ohne dabei die Erde zu ruinieren und ohne sich dabei als Menschen und Menschengemeinschaften gegenseitig „über den Tisch zu ziehen“. Eine Kulturleistung, die jetzt eigentlich kommen müsste, wenn nicht die gesamte Zivilisation „gegen die Wand fahren“ soll. Das Verständnis und der bewusste Umgang mit dem Geldwesen spielt dabei eine ganz wesentliche Rolle. Das Bargeld jetzt oder in der nächsten Zeit abzuschaffen würde einen noch abgründigeren Tief-Schlaf in dieser Beziehung erzeugen. Alle daraus entstehende „Hintergrundsteuerung“ würde voraussichtlich völlig am sich entwickelnden freien Menschen, ja der ganzen Menschheit, vorbei gehen.

Wir werden lernen müssen, aus diesen Gewalt- und Manipulations-Steuerungen herauszufinden. Das braucht aber ein sehr starkes und neues Verständnis alles dessen was ein eigenständiges, freies Kultur- und Geistesleben ist. Nur so kann etwas sinnvolles für die Zukunft entstehen, kann das Staatswesen die notwendigen Erneuerungen erhalten und auch die Wirtschaft solche Gesten entfalten, die sich wirklich auf Mensch und Erde in einer fairen, guten entwicklungsfördernden Weise beziehen.

Nur immer Wachstum, ob in der Realwirtschaft oder „nur“ in den Geldmengen, führt zu dem was beim Menschen als Krebs bezeichnet wird und bekanntlich eine sehr schwere, oft tödliche, Erkrankung ist. Deshalb ist es, nach meinem Verständnis, bis auf weiteres besser, Geld auch in Form von sichtbarem Bargeld zu haben. Es darf nicht jede Zahlungstransaktion zentral erfasst werden können im derzeitigen Bewusstseinszustand, in dem wir nun einmal sind. Die Konsumenten würden das Geldbewusstsein noch weiter verlieren und es würde Macht an Orten zentriert werden, wo sie keinesfalls hin gehört, wenn wir die Entwicklung des freien Menschen, der in fairer Weise mit anderen Menschen (Wirtschafts-) Gemeinschaft bilden will, ernst nehmen wollen. Wir sind freie Menschen und keine Verbrauchsroboter, die genau gesteuert werden müssten. Wir müssen und wollen es selbst lernen und selber machen!!!

Dieser Gastbeitrag wurde geschrieben von

Uwe Kienitz aus Überlingen

Kommentar​ von Hansjörg Stützle

Das ist ein sehr tiefgreifender Gastbeitrag, der mich sehr berührt hat. Denn er greift das Problem an der Wurzel an. Geld ist grundsätzlich neutral. Es ist nicht böse und auch nicht gut. Aber der Mensch macht daraus entweder etwas Positives oder Negatives. Oder besser ausgedrückt, setzt er es für etwas Überlebensfreundliches (z.B. Einkauf von Bio-Gemüse) oder -feindliches (z.B. Kauf von Aktien von Rüstungskonzernen) ein.

Insbesondere folgender Satz hat mich sehr berührt:

„Das Verständnis und der bewusste Umgang mit dem Geldwesen spielt dabei eine ganz wesentliche Rolle. Das Bargeld jetzt oder in der nächsten Zeit abzuschaffen würde einen noch abgründigeren Tief-Schlaf in dieser Beziehung erzeugen“

Genau das gleiche nehme ich als langjähriger Geldumgangstrainer wahr. Einer der wenigen positiven Aspekte unseres aktuellen, sehr fragwürdigen Geldsystems ist das Bargeld. Es spricht alle 5 Sinne an, die Menschen (vor allem die Kinder) können durch Bargeld eine Beziehung zu Geld und Austausch aufbauen, es unterstützt die Autarkie und die Resilienz des Bürgers (Bargeld kann nicht durch Bankencrashs oder den Staat weggenommen werden) und vieles mehr. Ein Bargeldverbot würde einen der letzten positiven Pfeiler unseres Geldsystems beseitigen und das Geldsystem würde zu einem fast gänzlich schlechten und zerstörerischen System mutieren.

Für diese tiefgreifenden Gedankengänge möchte ich mich beim Autor ganz herzlich bedanken.

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Mehr als 100 Grafiken ermöglichen es auch Laien, die komplexen Zusammenhänge leicht zu verstehen. Dabei folgt Hansjörg Stützle seinem Anspruch, nicht nur aufzuklären, sondern auch Lösungen aufzuzeigen. So beleuchtet er die Bargeldabschaffung auch aus dem Blickwinkel der morphischen Felder. Dieser Perspektivenwechsel schafft Raum für Hoffnung und bietet jedem Einzelnen die Chance, ein wichtiger und unverzichtbarer Teil der Lösung zu sein.

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