Was können wir tun, wenn Händler das Bargeld abschaffen?

Vermehrt tauchen Berichte von bargeldlosen Geschäften auf, zum Beispiel Cafés und Restaurants. Dort hat der Inhaber die Ladenkasse geschlossen in der Absicht, sie nie wieder zu öffnen. Jeder Kunde soll digital und bargeldlos bezahlen. Warum ist die Bargeldabschaffung im Einzelhandel auch ein Schritt zur Bargeldabschaffung in ganz Europa? Wie können wir aktiv werden für den Erhalt des Bargelds?

Warum die Wirtschaft das Bargeld abschaffen soll

Münzen und Banknoten haben einflussreiche Gegner in verschiedenen Disziplinen der Gesellschaft: Yves Mersch, Vorstand der Europäischen Zentralbank, teilte diese Personen in einem Gastbeitrag für den »Spiegel« in drei Gruppen ein: die Alchemisten, die Finanz-Tech-Allianz und das Recht-und-Ordnung-Lager. Es sind Ökonomen und Anhänger hoher Negativzinsen auf der einen Seite, Profiteure aus den Reihen der Finanzwirtschaft (etwa Mastercard) und schließlich die Befürworter von Überwachungsmaßnahmen und mehr Bevölkerungskontrolle. Yves Mersch, dessen Essay wir einen eigenen Artikel gewidmet haben, kommentierte die Abschaffung des 500-Euro-Scheins wie folgt: »Die Entscheidung ist in einem Umfeld gefällt worden, in dem Bargeld per se kritisch hinterfragt wird.«

Vor dem Hintergrund dieser Aussage verstehen wir auch die Äußerung von EU-Kommissar Oettinger, ebenfalls aus dem Jahr 2016: »Bargeld stirbt aus: Wir werden mit der Apple-Watch bezahlen, mit dem Smartphone bezahlen.« Und: »Mein Rat ist: Schafft den 500-Euro-Schein nicht ab, haltet am Bargeld fest – der Markt macht es.«

Die Bargeldgegner sind also in den erlauchten Kreisen recht reichlich vertreten. In der Rechtsetzungspraxis der Europäischen Union kommt das bereits seit Jahren zum Ausdruck. Das Recht-und-Ordnung-Lager in Brüssel will keine anonymen Zahlungsmittel. Auch die neue EZB-Chefin Christine Lagarde hängt nicht am Bargeld. Ein Bargeldverbot würde bei ihr als alchemistische geldpolitische Strategie durchgehen.

Frau Katrin Assenmacher, Leiterin der Division Geldpolitische Strategie der Europäischen Zentralbank (EZB), hat in einem Arbeitspapier für den IWF harte Maßnahmen zur Durchsetzung tiefer Minuszinsen analysiert. Ihre Vorschläge hätten in der Praxis fatale Folgen für das Bargeld. Die Fachpublikation erschien 2018, als Christine Lagarde noch beim IWF den Vorsitz innehatte. Eine ganz besondere Note hat schließlich die Veröffentlichung von IWF-Ökonom Prof. Kireyev, erschienen ein Jahr zuvor:

»Es ist vorzuziehen, dass der private Sektor die Abschaffung des Bargelds betreibt und nicht der staatliche Sektor. […]. Wenn der Staat die Bargeldabschaffung betreibt, erscheint es fragwürdiger und die Leute könnten Einwände dazu haben. […]. Auf jeden Fall sollte der verführerische Versuch, Bargeld per Dekret abzuschaffen, verhindert werden, wenn man bedenkt, wie sehr die Leute das Bargeld mögen.«

Welche Folgen hat es, wenn Gewerbetreibende in ihrem Laden das Bargeld abschaffen?

Als ein sehr wirkungsvolles Instrument zur Förderung der bargeldlosen Zahlung haben sich Kampagnen von Unternehmen der Finanzwirtschaft erwiesen. Sie zielen darauf ab, dem Kunden ins Gewissen zu reden, er täte unter anderem die Gesundheit des Personals seiner Lieblingsgeschäfte gefährden, wenn er nicht bargeldlos zahlte. Dazu finden Sie hier eine Dokumentation über das Vorgehen von Lidl und den Banken. Interessant ist auch eine Recherche über die Schritte der Kreditkartenindustrie.

Diese Werbebotschaften haben in der jüngeren Vergangenheit dazu beigetragen, dass Einzelhändler das Bargeld aus ihrem Geschäft verbannt haben. Der Verlust der Möglichkeit, bar zu bezahlen, und der Zwang zur bargeldlosen Zahlung schmälern die Bedeutung von Münzen und Geldscheinen ungemein. Je weiter der Bürger des Bargelds entwöhnt wird, desto leichter lassen sich einschneidende Maßnahmen gegen Bargeld rechtfertigen. Und so nimmt die Bargeldabschaffung Scheibe für Scheibe ihren Lauf.

 

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Was tun wir, wenn Händler das Bargeld in ihren Ladengeschäften abschaffen?

Sollte in Ihrem Umfeld eine Gastronomie, ein Friseurladen oder irgendein anderes Geschäft die Kasse schließen und dazu übergehen, die bargeldlose Zahlung zu erzwingen, besprechen Sie sich mit Hansjörg Stützle, damit gemeinsam ein Vorgehen entwickelt werden kann. Hier können Sie einen Termin vorschlagen. Vorweg einige allgemein gehaltene Ideen:

  • Verhalten Sie sich gegenüber der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern eines betroffenen Gewerbes ehrlich, diplomatisch und konstruktiv. Äußern Sie also nicht etwa, dass Sie dort jetzt nicht mehr einkaufen gehen würden, falls Sie bis dato nie den Laden betreten hatten. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, die Warte jedes Beteiligten einzunehmen, bevor Sie überlegt und vermittelnd zur Handlung schreiten. Suchen Sie gezielt nach den guten Absichten des Firmenchefs, um darauf einzugehen und ihm gegenüber ein Bild entstehen lassen zu können, das dieser Dame oder diesem Herrn bewusst macht, dass die Bargeldabschaffung im eigenen Geschäft nicht mit ihrer oder seiner Würde vereinbar ist.

  • Wenn Sie einen Brief an die Geschäftsleitung aufsetzen, halten Sie ihn möglichst persönlich, indem Sie zum Beispiel mit der Hand schreiben. Schauen Sie, dass Ihre Zeilen nicht so klingen, als wollten Sie nur Ihre Meinung gesagt haben. Zeigen Sie besser Bereitschaft für ein gemeinsames Gespräch, damit das Gegenüber Raum hat, auf Sie einzugehen.

  • Es gibt viele Dinge, die der Inhaber nicht bedacht haben dürfte, bevor er das Bargeld verbannt und abgeschafft hat. Ein Beispiel: Die Zahlungsdienstleister werden ihre Gebührentabelle überarbeiten, sobald Bargeld, der Konkurrent der bargeldlosen Zahlung, weitgehend erledigt ist. Der Händler wird dann für jeden Kauf blechen müssen und diese Kosten in seine Produkte einpreisen. Große Ketten profitieren von besseren Konditionen und werden ihre Waren schon von daher zu günstigeren Preisen anbieten können. Falls der Firmenchef aus betriebswirtschaftlichen Gründen kein Bargeld mehr akzeptiert, lesen Sie also unbedingt diesen Beitrag.

Um neben der besten Vorgehensweise auch die im jeweiligen Fall passende Argumentation zu finden, machen Sie doch bitte einen Termin für ein Telefonat oder eine Konferenz mit Hansjörg Stützle ab!

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Dieses düstere Bild verdichtet sich immer mehr bei Wissenschaftlern und auch in den Medien – das Bild einer unfreien, fremdbestimmten und ferngesteuerten Gesellschaft. Der Autor entlarvt in seinem Buch detailliert die Hintergründe der schleichenden, aber keineswegs zufälligen Abschaffung des Bargelds und skizziert deren verheerende Folgen.

Mehr als 100 Grafiken ermöglichen es auch Laien, die komplexen Zusammenhänge leicht zu verstehen. Dabei folgt Hansjörg Stützle seinem Anspruch, nicht nur aufzuklären, sondern auch Lösungen aufzuzeigen. So beleuchtet er die Bargeldabschaffung auch aus dem Blickwinkel der morphischen Felder. Dieser Perspektivenwechsel schafft Raum für Hoffnung und bietet jedem Einzelnen die Chance, ein wichtiger und unverzichtbarer Teil der Lösung zu sein.

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