Kategorie: Leicht verständlich

Wie die Finanzwirtschaft die Angst nutzt, um der bargeldlosen Zahlung jede Konkurrenz zu nehmen

Im Frühjahr 2020 haben viele Geschäfte ihre Kunden dazu aufgefordert, bargeldlos zu zahlen. Wo diese Praxis ihren Anfang genommen hat, wissen wir nicht. Jedenfalls hat eine Interessenvertretung der deutschen Bankenbranche Händler wie Konsument dazu aufgefordert, der kontaktlosen Bezahlweise oberste Priorität zu verleihen. Mit Lidl entstand dabei eine exklusive Kooperation. In diesem Artikel kommen nicht nur die Bankhäuser, sondern auch staatliche Stellen zu Wort. Deren Aussagen haben das Potenzial, die Angst vor dem Bargeld aufzulösen.

Wer nicht bargeldlos zahlt, macht sich krank

Die ING-Bank hat ihren Kunden einen Tipp: »Zahlen Sie einfach mit Karte statt Bargeld.« Angesichts der aktuellen Krise soll das ganz wichtig sein. Unter dem Titel »Macht mich mein Geld krank?« bricht der Finanzdienstleister eine Lanze für die bargeldlose Zahlung:

»Wie schmutzig ist Geld? Das lässt sich klar beantworten: Es ist sehr schmutzig. Geldscheine und -münzen wechseln sehr häufig den Besitzer – doch das ist nur einer der Gründe, warum sie stark mit Keimen belastet sind.«

Und natürlich gibt es keinen Ausweg aus der Misere:

»Und wie sieht es mit frischem Automatengeld aus? Tja, Keime und Bakterien lauern Tests zufolge hier zwar nicht auf den Scheinen, dafür ist die Tastatur des Geldautomaten keimverseucht. Diese wird schließlich von vielen verschiedenen Menschen genutzt, auf deren Hände sich massenweise Bakterien und Viren befinden.«

Da hilft wohl alles nichts mehr. Zahlen Sie also immerzu bargeldlos und vergessen Sie Banknoten und Münzen.

Quelle der Zitate: https://www.ing.de/ueber-uns/wissenswert/geldscheine-keime/

Eine Gemeinschaftsaktion von Lidl und der Finanzbranche für das bargeldlose Zahlen

Girocard ist das vorherrschende bargeldlose Bezahlsystem im deutschen Einzelhandel. Dahinter steht die Deutsche Kreditwirtschaft. Das ist ein Zusammenschluss verschiedener Bankenverbände. Der hat im zeitigen Frühjahr den Handel dafür gewonnen, die bargeldlose Bezahlung beim Konsumenten anzubringen. Es wurde Gratisinfomaterial verteilt, von dem die Gewerbetreibenden so viel haben konnten, wie sie brauchten und wollten:

»Wir möchten Ihnen helfen, dass Ihre Kunden schnell und klar Ihr Angebot, kontaktlose Zahlungen zu akzeptieren, erkennen und so helfen das Risiko für alle zu minimieren.«

Außerdem ist es Girocard gelungen, mit dem nach der Zahl seiner Filialen größten Discounter weltweit zu kooperieren: Lidl und Girocard starteten die Kampagne »Mit Karte, bitte – kontaktlos«. Bei Zeit Online wurde dazu eine redaktionell gestaltete Werbeseite hochgefahren.

Siehe zu diesem Thema:

https://www.presseportal.de/pm/38715/4585107

https://www.girocard.eu/fuer-karteninhaber/mit-karte-bitte/

Mehrere Videos drehten die beiden. In einem wurde der Kunde über 6 Verhaltensregeln beim Einkaufen aufgeklärt: Die letzte lautet, dass man doch bitte bargeldlos zahle. Wenn möglich, dann kontaktlos.

Interessant ist, dass Lidl gerade in Spanien ein eigenes Bezahlsystem testet. Berichten zufolge soll es bald auch in Deutschland eingeführt werden. Die Kunden können dann mit dem Smartphone und einer Lidl-App bezahlen.

Die deutschen Banken betonen, dass ihr Produkt (die bargeldlose Zahlung) besonders hygienisch ist. Und mehr noch sind sie davon überzeugt, dass die kontaktlose bargeldlose Zahlung so viel schneller als eine Zahlung bar wäre, dass damit Erkrankungen vorgebeugt wäre. Weil das doch die logische Schlussfolgerung ist, wenn der Einkauf an seinem Ende um 10 Sekunden verkürzt wird.

Was sagen offizielle Stellen zu der Unwahrscheinlichkeit, sich an Banknoten oder bargeldlosen Bezahlinstrumenten anzustecken?

Litauische Zentralbank

»›Die durchgeführten Tests zeigen einen raschen Rückgang der Viruskonzentration während der ersten sechs Stunden nach dem Aufbringen der Viren. Später kann das Virus auf Banknoten-/Münzoberflächen mehrere Tage lang nur in einer sehr niedrigen Konzentration nachgewiesen werden‹, sagte Ramunė Juzėnienė, leitende Spezialistin in der Abteilung für Bargeld der Litauischen Zentralbank. Nach Ansicht von Virologieexperten sei eine solche Konzentration vernachlässigbar, um eine Infektion zu verursachen, insbesondere im Vergleich zum Hauptübertragungsweg (Ausbreitung über die Atemwege, luftgetragene Tröpfchen). Um eine Infektion zu verursachen, müsste das Virus zudem von einer Banknote auf die Hände einer Person und von dort auf Mund, Augen oder Nase übertragen werden, was ebenfalls zu einer weiteren deutlichen Verringerung der Viruskonzentration führen würde.«

Quelle: https://www.lb.lt/en/news/ecb-risk-of-contracting-coronavirus-from-cash-is-very-low

Kommentar zur Aussage der Litauischen Zentralbank

Die poröse Oberfläche von Banknoten ist dafür verantwortlich, dass sich nur sehr wenige Viruspartikel und Bakterien an der berührten Stelle übertragen. In einer Studie wurde festgestellt, dass sich im allerhöchsten Maximum 1,5% der berührten Viren den Fingern anhaften. In der Regel geht es aber um Werte von etwa einem halben Prozent.

Quelle: https://dx.doi.org/10.1128%2FAEM.01030-13

Europäische Zentralbank

»Die Ergebnisse unserer neuartigen Übertragbarkeitstests, über die in der Literatur bisher nicht berichtet wurde, zeigen, dass das SARS-CoV-2-Virus nur in sehr geringen Mengen von Bargeld auf den menschlichen Finger übertragen wird. Die Mengen liegen unter dem, was erforderlich wäre, um infektiös zu sein […]. […]. Auf Grundlage unserer Testergebnisse, der neueren wissenschaftlichen Literatur über die Übertragbarkeit von SARS-CoV-2 sowie unserer früheren Erkenntnisse […] kann der Schluss gezogen werden, dass das Risiko einer Übertragung über Banknoten und Münzen sehr gering ist und dass Bargeld sicher verwendet werden kann.«

Quelle (Studie veröffentlicht im Juli 2021): https://www.ecb.europa.eu/pub/pdf/scpops/ecb.op259~33b180d450.en.pdf#page=27

Prof. Dr. Dr. René Gottschalk, Infektiologe und Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts

»Es ist im Prinzip völlig egal, wie lange Krankheitserreger auf Oberflächen überleben können. Entscheidend ist, ob es ein Infektionsweg ist. Der Infektionsweg ist bei Banknoten nicht gegeben. Zudem sind Geldscheine aufgrund ihrer Beschaffenheit nicht besonders gut geeignet, Krankheitserreger zu übertragen.«

Quelle:

https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/themen/von-bargeld-geht-kein-besonderes-infektionsrisiko-fuer-buerger-aus–828542

Siehe auch:

https://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/geld-ausgeben/corona-krise-erhoehte-nachfrage-nach-bargeld-16683297.html

http://www.frankfurt-live.com/professor-ren-eacute-gottschalk-wirkt-bis-2020-in-der-who-mit-97505.html

Schweizer Bundesamt für Gesundheit

»Bezahlen mit Bargeld stellt kein erhöhtes Ansteckungsrisiko dar, solange man die Hygieneregeln befolgt.«

Quelle (abgerufen am 20. Oktober 2020): https://web.archive.org/web/20201020151653/https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov/empfehlungen-fuer-den-alltag.html

Deutsches Bundesamt für Risikobewertung (BfR)

»Können Coronaviren über das Berühren von Oberflächen, beispielsweise von Bargeld, Kartenterminals […], Smartphones […], Verpackungen, Tüten oder (Sport-)bälle übertragen werden? Dem BfR sind bisher keine Infektionen mit SARS-CoV-2 über diesen Übertragungsweg bekannt.«

Quelle (abgerufen am 28. Oktober 2020): https://www.bfr.bund.de/cm/343/kann-das-neuartige-coronavirus-ueber-lebensmittel-und-gegenstaende-uebertragen-werden.pdf

Lothar Wieler, Leiter des Robert-Koch-Instituts

»Der Umgang mit Geldscheinen stellt nach Angaben des Leiters des […] Robert-Koch-Instituts (RKI) […] kein besonderes Risiko für eine Ansteckung […] dar. ›Die Übertragung des Virus durch Banknoten hat keine besondere Bedeutung‹, sagte RKI-Chef Lothar Wieler der Nachrichtenagentur Reuters […]«

Quelle: https://www.reuters.com/article/us-health-coronavirus-germany-banknotes/banknotes-carry-no-particular-coronavirus-risk-german-disease-expert-idUSKBN20Y2ZT

Österreichischer Rundfunk (ORF)

»Österreicherinnen und Österreicher nutzen verstärkt elektronische Zahlungsmöglichkeiten. Dies liege auch an einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), auf Bargeld zu verzichten, meint Mastercard-Geschäftsführer Christian Rau. Eine solche Empfehlung gebe es nicht, kontert die WHO.«

Quelle: https://help.orf.at/v3/stories/3001710/

Jetzt teilen und damit helfen

Das Buch zum Thema

Die 5 Geldgesetze für Fülle und finanzielle Freiheit

Das aktuelle Buch zum Thema


 

Bargeld ist tot! … unsere Freiheit stirbt mit.

Dieses düstere Bild verdichtet sich immer mehr bei Wissenschaftlern und auch in den Medien – das Bild einer unfreien, fremdbestimmten und ferngesteuerten Gesellschaft. Der Autor entlarvt in seinem Buch detailliert die Hintergründe der schleichenden, aber keineswegs zufälligen Abschaffung des Bargelds und skizziert deren verheerende Folgen.

Mehr als 100 Grafiken ermöglichen es auch Laien, die komplexen Zusammenhänge leicht zu verstehen. Dabei folgt Hansjörg Stützle seinem Anspruch, nicht nur aufzuklären, sondern auch Lösungen aufzuzeigen. So beleuchtet er die Bargeldabschaffung auch aus dem Blickwinkel der morphischen Felder. Dieser Perspektivenwechsel schafft Raum für Hoffnung und bietet jedem Einzelnen die Chance, ein wichtiger und unverzichtbarer Teil der Lösung zu sein.

Leseprobe anschauen

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.