In Teil 1 (Link) des Artikels haben wir begonnen uns mit der angeblichen Problematik des „kontaminierten“ Bargelds zu beschäftigen. 

Unter dem Titel „Bargeld ist schmutzig und voller Bakterien“ wurde diese Schlagzeile auch von der Presse aufgegriffen und weltweit publiziert. Beim genauen Betrachten der Studie fällt allerdings auf, dass diese von MasterCard in Auftrag gegeben und bezahlt wurde. 

Das Ziel der „Untersuchung“

Es könnte kritisch gefragt werden welches Ziel die Untersuchung hatte. So gibt es zum Beispiel in der gesamten Studie keinen einzigen Hinweis darauf, wie viele Bakterien sich auf einer Kreditkarte befinden. Vermutlich wurde dies nur zufällig vergessen? 

Oder hat man es untersucht, aber das Ergebnis hat dem Auftraggeber nicht gefallen? Oder wollte man nicht wissen, wie viele Bakterien sich auf Kreditkarten befinden? Es könnte sich lohnen, dies etwas genauer zu beleuchten. Wenn man danach fragen und es einbeziehen möchte. 

Bevor man nun das Bargeld wegen Bakterien abschafft, wäre es klüger Küssen zu verbieten. Man hat herausgefunden, dass sich bei einem 10-sekündigen Kuss mit Zungenkontakt 80 Millionen Bakterien übertragen. Wie winzig erscheinen die 11.000 Bakterien auf einem Geldschein? Tatsächlich sind 11.000 Bakterien eine völlig unbedenkliche Anzahl. Um z.B. an einer Salmonellenvergiftung zu erkranken, müssen in den Körper eines gesunden Menschen zwischen 100.000 und 1.000.000 Bakterien gelangen – Wohlgemerkt von der gleichen Bakteriengattung.

Bakterien sind nicht das Problem. Dafür hat uns die Natur ein wirksames Immunsystem mitgegeben Auch von allerhöchster Stelle wird dies bestätigt. So schreibt die EZB auf ihrer Internetseite:

„Banknoten weisen oft geringe Mengen an Bakterien auf. Die Belastung ist jedoch so niedrig, dass diese Bakterien nicht einmal leichte Symptome hervorrufen können. Auf Münzen wurde sogar eine noch geringere Verschmutzung festgestellt, während Kreditkarten dieselbe Bakterienbelastung aufweisen wie Bargeld.“

Lösungen für ein Problem, welches es nicht gibt

Nehmen wir für einen Moment an, es wäre ein Problem und folgen wir den Urhebern der Untersuchung. Malen wir einfach den Teufel an die Wand und nehmen an, dass die Bakterien auf unseren Geldscheinen für unsere Gesundheit gefährlich wären.

Hierzu gibt es heutzutage schon zahlreiche Lösungen, beispielsweise:

  1.  In Japan gibt es schon seit Jahren Bankomaten, welche die Geldscheine bis 200 Grad aufheizen und jede Bakterie abtöten. Bankkunden bekommen klinisch reine Banknoten.
  2.  In der Regel sind Geldscheine aus Baumwolle hergestellt. Durch die raue Oberfläche können sich leichter Organismen festsetzen. Auf einer Polymerfolie, die eine viel glattere Oberfläche hat, ist dies nicht der Fall. In Kanada und Australien werden z.B. deshalb die Geldscheine aus Polymerfolie hergestellt.

Dies sind nur 2 Lösungen einer Reihe von Weiteren. An dieser Stelle belassen wir es bei jenen die bereits Tag für Tag im Einsatz und praktiziert werden. Obwohl es das Problem aus wissenschaftlichen Erwägungen gar nicht gibt. 

Was wichtig ist: Anhand dieses Beispiels ist im wahrsten Sinne des Wortes zu sehen, wie „schmutzig“ der Kampf gegen das Bargeld geführt wird.

Bakterien auf Geldscheinen sind völlig unbedenklich. Dennoch wurde sehr bewusst gestreut, dass Bargeld schmutzig und bakteriell kontaminiert sei.

Die Kampagne hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Heute sind über 50% der Menschen in Deutschland davon überzeugt, dass Bargeld dreckig sei.
Es wird Sie nicht wundern, dass die Lösung dafür auf dem Silbertablett präsentiert wird: Meidet Bargeld, nehmt Kreditkarten.

Teilen Sie sehr gerne diesen Artikel wenn es Ihnen wichtig ist, dass Menschen sich selber eine Meinung bilden dürfen. 

Bis dahin möchte ich Sie einfach einladen sich Ihr eigenes Bild zu machen. 

Bleiben Sie wachsam!